{"id":10,"date":"2020-05-18T14:15:46","date_gmt":"2020-05-18T12:15:46","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.wikimedia.de\/2019\/?post_type=themen&#038;p=10"},"modified":"2020-06-04T12:20:26","modified_gmt":"2020-06-04T10:20:26","slug":"wikibase-goes-big","status":"publish","type":"themen","link":"https:\/\/www.wikimedia.de\/2019\/themen\/wikibase-goes-big\/","title":{"rendered":"Wikibase nimmt Fahrt auf"},"content":{"rendered":"<div class=\"block-success-number\">\n\t<div class=\"callout base-blue-bg\" style=\"transform: rotate(20deg);\">\n\t  <div class=\"content hand-3\">\n\t  \t<!-- wp:heading {\"level\":3} -->\n<h3>3 Nationalbibliotheken<\/h3>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>(Library of Congress, Biblioth\u00e8que Nationale de France, Deutsche Nationalbibliothek) nutzen Wikibase.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\t  <\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Wer Sprachassistenten nach dem h\u00f6chsten Berg der Welt fragt, bekommt die Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Wikidata geliefert. Wer w\u00e4hrend eines Fluges im Inflight-Programm Informationen \u00fcber St\u00e4dte entlang der Strecke abruft, kann am Bildschirmrand den Hinweis erhalten: \u201eMade with the Magic of Wikidata\u201c. Seit acht Jahren sammelt diese Datenbank das menschliche Wissen in maschinenlesbarer Form. Die Software, die das erm\u00f6glicht, hei\u00dft Wikibase. Seit 2019 wird sie auch von der Deutschen Nationalbibliothek getestet \u2013 um die Gemeinsame Normdatei (GND), in der \u00fcber 8 Millionen Eintr\u00e4ge (Stand: Mai 2020) zu kulturellen und wissenschaftlichen Sammlungen verzeichnet sind, auf das n\u00e4chste Level zu heben. Jens Ohlig, Software Communication Specialist bei Wikimedia, erkl\u00e4rt die Vorz\u00fcge von Wikibase.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie funktioniert der Wikidata-Kosmos?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wikidata verkn\u00fcpft die frei zug\u00e4nglichen Datenbanken und stellt Verbindungen zwischen Wissensgegenst\u00e4nden her \u2013 als Knotenpunkt und Drehkreuz im Linked Open Data Web. Die Software, die wir geschrieben haben, um das zu realisieren, ist Wikibase. \u00c4hnlich wie die Wikipedia-Software eine Revolution f\u00fcr das kollaborative Schreiben war, bedeutet Wikibase eine Revolution f\u00fcr das Eintragen von strukturierten Daten. Nat\u00fcrlich ist das zun\u00e4chst mal f\u00fcr Bibliotheken interessant, die seit Jahrtausenden das Weltwissen strukturieren. Aber auch andere Institutionen k\u00f6nnen damit ihre eigene Daten-Welt aufbauen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Was bedeutet es, dass die Deutsche Nationalbibliothek jetzt Wikibase nutzt?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Deutsche Nationalbibliothek z\u00e4hlt neben der Library of Congress zu den einflussreichsten Institutionen ihrer Art. Die Tatsache, dass die Verantwortlichen sich mit Wikibase f\u00fcr eine Open-Source-Community-L\u00f6sung entschieden haben, um den n\u00e4chsten Schritt bei der \u00d6ffnung der Gemeinsamen Normdatei zu gehen, hatte einen Leuchtturm-Effekt. Im Sommer 2019 fand eine Konferenz der Nationalbibliotheken statt, auf der enormes Interesse an unserer Software bestand. Das reicht von der franz\u00f6sischen Nationalbibliothek bis zur Nationalbibliothek von Aruba.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Welche Vorteile bietet die Software f\u00fcr die Institutionen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wikibase erm\u00f6glicht vieles, was andere Datenbanksysteme nicht bieten. Es ist zum Beispiel m\u00f6glich, widerspr\u00fcchliche Aussagen nebeneinanderstehen zu lassen. Wenn ich in Wikidata abfrage, die Hauptstadt welchen Staates Jerusalem ist, bekomme ich zwei verschiedene, jeweils mit Quellen belegte Aussagen \u2013 und kann selbst entscheiden, welchem Pfad ich folgen m\u00f6chte. Das ist wichtig, weil es die Komplexit\u00e4t unserer Welt abbildet. Wikibase ist als System flexibel genug, um mit unserer chaotischen Realit\u00e4t zurecht zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Welche Einsatzm\u00f6glichkeiten sind f\u00fcr Wikibase noch denkbar?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben einer Zusammenarbeit mit der Bibliotheque Nationale de France, die wir bereits vereinbart haben, sind eine Reihe von Einsatzgebieten denkbar. Gerade auch in den Wissenschaften, zum Beispiel der Genetik. Deren Datenmodelle lassen sich gut mit Wikibase abbilden. Ein anderes Feld sind Open Government Data. Wir arbeiten an dem Projekt, einen Wissensgraph f\u00fcr die EU aufzubauen. Wikibase ist vielf\u00e4ltig einsetzbar f\u00fcr alle, die eine Linked-Open-Data-L\u00f6sung out of the box<em> <\/em>m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>DNB-Managerin Barbara Fischer nennt<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3 ARGUMENTE F\u00dcR WIKIBASE<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wikibase hat als Open-Source-Software, die keine zus\u00e4tzlichen Kosten durch Lizenzierung verursacht, drei gro\u00dfe Vorteile f\u00fcr unsere Arbeit bei der Deutschen Nationalbibliothek:<\/p>\n\n\n\n<p><em>BELEGBARKEIT<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das wesentliche Moment unserer Gemeinsamen Normdatei (GND) ist ihre Zuverl\u00e4ssigkeit. Bei Wikibase kann jede getroffene Aussage mit einem Beleg versehen werden. Das ist hilfreich, weil es transparentes Arbeiten erm\u00f6glicht. Bisher l\u00e4sst sich nicht f\u00fcr jede Aussage innerhalb eines Datensatzes eine Angabe zur Quelle machen, sondern nur f\u00fcr den Datensatz insgesamt. Ebenso zeichnet jeweils eine erschlie\u00dfende Einrichtung jeweils f\u00fcr einen Datensatz verantwortlich. Wikibase bietet hier eine differenziertere Darstellungsm\u00f6glichkeit an.<\/p>\n\n\n\n<p><em>SICHTBARE DYNAMIK<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wer einen Artikel aus der Wikipedia zitiert, muss das genaue Datum des Zitats angeben. Die Einwohnerzahl Berlins k\u00f6nnte sich ja beispielsweise schon einen Tag sp\u00e4ter wieder ge\u00e4ndert haben. Wikibase tr\u00e4gt dieser Dynamik Rechnung, indem sichtbar ist, wie sich ein Datensatz ver\u00e4ndert, wer wann was beigetragen hat. Diese Funktion ist in der Software bereits integriert.<\/p>\n\n\n\n<p><em>BAUSTEIN F\u00dcR DAS SEMANTISCHE WEB<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Daten, die wir zur Verf\u00fcgung stellen, k\u00f6nnen zum Beispiel leichter mit Wikidata verkn\u00fcpft werden \u2013 weil dieselbe Software zugrunde liegt. Aber nicht nur Wikidata nutzt Wikibase. Immer mehr Einrichtungen greifen darauf zur\u00fcck, um strukturierte Daten zu sammeln. Damit l\u00e4sst sich peu \u00e0 peu ein Daten-\u00d6kosystem aufbauen, und wir kommen der Idee des semantischen Webs n\u00e4her, das Verkn\u00fcpfungen von der Bedeutung her schafft. Damit w\u00fcrden wir uns zunehmend unabh\u00e4ngig von den Such-Algorithmen gro\u00dfer Suchmaschinen machen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Barbara Fischer ist Managerin f\u00fcr neue Kooperationen in der Arbeitsstelle f\u00fcr Standardisierung der Deutschen Nationalbibliothek (DNB).<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Aus Sicht der DNB verbindet sich mit der Wikibase-Software die Hoffnung, der Gemeinsamen Normdatei (GND) in einer Wikibase-Datenbank einen Zweitwohnsitz geben zu k\u00f6nnen, der k\u00fcnftig sparten\u00fcbergreifend Anwender*innen die aktive Mitarbeit erleichtert. <strong>\u00dcberzeugt vom Potenzial der Wikibase-Software f\u00fchren wir in 2020 unsere Software-Evaluation weiter fort.<\/strong><\/p><cite>Frank Scholze, Generaldirektor DNB<\/cite><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Sprachassistenten nach dem h\u00f6chsten Berg der Welt fragt, bekommt die Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Wikidata geliefert. 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