{"id":13,"date":"2020-05-18T14:17:29","date_gmt":"2020-05-18T12:17:29","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.wikimedia.de\/2019\/?post_type=themen&#038;p=13"},"modified":"2020-06-10T18:09:03","modified_gmt":"2020-06-10T16:09:03","slug":"oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-oeffnet-sich-oeffentliches-geld-oeffentliches-gut","status":"publish","type":"themen","link":"https:\/\/www.wikimedia.de\/2019\/themen\/oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-oeffnet-sich-oeffentliches-geld-oeffentliches-gut\/","title":{"rendered":"\u00d6ffentliches Geld \u2013 \u00d6ffentliches Gut (\u00d6G\u00d6G)"},"content":{"rendered":"<div class=\"block-success-number\">\n\t<div class=\"callout base-red-bg\" style=\"transform: rotate(10deg);\">\n\t  <div class=\"content hand-2\">\n\t  \t<!-- wp:heading {\"level\":3} -->\n<h3>23 Organisationen und rund 5000 Einzelpersonen<\/h3>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>unterst\u00fctzen gemeinsam mit uns unsere Kampagne \u00d6ffentliches Geld \u2013 \u00d6ffentliches Gut (Stand: Mai 2020).<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\t  <\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Bildungsbeitr\u00e4ge des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks sollten dauerhaft unter freier Lizenz online zur Verf\u00fcgung stehen. Schlie\u00dflich finanzieren wir sie mit unserem Rundfunkbeitrag. Das ist das Kernanliegen der Kampagne \u00d6FFENTLICHES GELD \u2013 \u00d6FFENTLICHES GUT, in der sich neben Wikimedia Deutschland Verb\u00e4nde wie der Bundeselternrat, der Deutsche Bibliotheksverband oder die Open Knowledge Foundation engagieren. Erste positive Entwicklungen gibt es: Das ZDF-Wissensmagazin \u201eTerra X\u201c hat einige Clips unter Creative Commons gestellt, und das junge Content-Netzwerk \u201eFunk\u201c von ARD und ZDF bietet im Kanal \u201eWikitube\u201c frei zug\u00e4ngliche Videos zu Themen wie Treibhauseffekt oder US-Pr\u00e4sidentenwahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Lehrkr\u00e4fte Dokumentationen, Interviews oder O-T\u00f6ne aus \u00f6ffentlich-rechtlichen Quellen nutzen wollen, stehen sie in der Regel vor einem Problem. Das beginnt zum Beispiel in den Mediatheken von ARD und ZDF. Inhalte daraus d\u00fcrfen nur \u201ezu Privatzwecken\u201c gestreamt werden, sie herunterzuladen und zu bearbeiten ist ohne Genehmigung meist nicht m\u00f6glich. N\u00e4heres regelt das \u201eUrheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz\u201c. Und nicht nur P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen beklagen, dass \u00f6ffentlich finanzierte Bildungsbeitr\u00e4ge \u00fcberwiegend nicht unter Creative Commons gestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnsere Demokratie ist darauf angewiesen, dass B\u00fcrger mitdenken und Fake von Fakt trennen, deswegen m\u00fcssten mehr verst\u00e4ndliche oder verst\u00e4ndlich aufbereitete Inhalte kostenlos und dauerhaft zur Verf\u00fcgung stehen\u201c, betont der Wissenschaftsjournalist und Moderator Jean P\u00fctz. \u201eEs gibt zu viele dubiose Quellen im Netz\u201c, sagt Kirsten Bode, Redakteurin f\u00fcr Geschichte und Wissenschaft beim ZDF-Magazin \u201eTerra X\u201c. Eine Zusammenarbeit von Wikimedia und den \u00f6ffentlich-rechtlichen Sendern k\u00f6nne hingegen \u201eseri\u00f6sen Medien zu mehr Verbreitung verhelfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTerra X\u201c-Clips zu Themen wie \u201eKlimafaktor CO2\u201c sind mittlerweile unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0) online frei zug\u00e4nglich. Und das vornehmlich \u00fcber Youtube betriebene junge Content-Netzwerk \u201eFunk\u201c von ARD und ZDF stellt unter den gleichen Bedingungen Beitr\u00e4ge zum Nahostkonflikt, Greta Thunberg oder der Gro\u00dfen Koalition zur Verf\u00fcgung. Das sind erste Schritte, die auf mehr \u00d6ffnung hoffen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leonhard Dobusch, ZDF-Fernsehrat f\u00fcr den Bereich Internet, und Lukas Mezger, Vorsitzender des Pr\u00e4sidiums von Wikimedia Deutschland, betonen: \u201eWenn der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk seine exklusive Finanzierung durch alle Mitglieder der Gemeinschaft verteidigen m\u00f6chte, muss er zentrale Produktionen auch allen zug\u00e4nglich machen, jedenfalls so frei wie m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber \u00d6FFENTLICHES GELD \u2013 \u00d6FFENTLICHES GUT mit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>TABEA R\u00d6\u00dfNER \/ MdB<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wo liegen die St\u00e4rken des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks (\u00d6RR)?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerade in der Corona-Krise hat der \u00d6RR zuletzt bewiesen, dass er verl\u00e4ssliche Informationen bieten und auch Inhalte kurzfristig ins Netz stellen kann. In der Medienpolitik ist es aber oft m\u00fchsam, Neues auf den Weg zu bringen. Gerade bei der Frage, inwieweit sich der \u00d6RR ins Internet \u00f6ffnen kann, gibt es eine Reihe von H\u00fcrden. Die Einschr\u00e4nkungen sind gr\u00f6\u00dfer, als sie sein m\u00fcssten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Werden Kinder und Jugendliche als Zielgruppe genug ber\u00fccksichtigt?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00d6RR sollte Inhalte st\u00e4rken, die Kindern und Jugendlichen das Gef\u00fchl geben: Das betrifft sie direkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine junge Generation braucht auch Angebote online, sie schaut nicht linear fern. Die Frage ist, ob Beitr\u00e4ge des \u00d6RR auf Kan\u00e4len wie YouTube ausgespielt werden sollten oder ob es nicht eine eigene \u00f6ffentlich-rechtliche Plattform br\u00e4uchte. Eine, die f\u00fcr Qualit\u00e4t und seri\u00f6se Quellen steht, wo nicht die Algorithmen schnell zum n\u00e4chsten Verschw\u00f6rungsvideo f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Halten Sie es f\u00fcr richtig, Beitr\u00e4ge des \u00d6RR dauerhaft unter freier Lizenz online zu stellen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das ist eine Forderung, die ich unterst\u00fctze. Inhalte, die wir als Nutzungsgemeinschaft bezahlt haben, sollten dauerhaft frei verf\u00fcgbar sein. Allerdings l\u00e4sst sich die Frage des Urheberrechts dabei nicht ausblenden. Wenn zum Beispiel ein Naturfilmer viel Geld in Aufnahmen investiert hat, hat der \u00d6RR in der jetzigen Situation nicht die Mittel, die Rechte daran komplett abzugelten. Sobald der \u00d6RR selbst Lizenzen erwirbt, wird es schwierig. Daf\u00fcr m\u00fcsste er finanziell besser ausgestattet werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wo sehen Sie positive Entwicklungen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt ja mit Projekten wie TERRA X positive Signale. Ich finde es klasse, dass Wikimedia so hartn\u00e4ckig an dem Thema dran bleibt. Die Debatte dar\u00fcber, was der \u00d6RR leisten soll, was wir uns von ihm erwarten, sollte ja nicht nur in Gremien gef\u00fchrt werden. Ich w\u00fcnsche mir dar\u00fcber einen gesellschaftlichen Diskurs.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Tabea R\u00f6\u00dfner ist Bundestagsabgeordnete von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen. Sie war von 1991 bis 2009 als Redakteurin und Autorin beim Rundfunk t\u00e4tig, unter anderem bei der Kindernachrichtensendung logo!<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>SASKIA ESKEN \/ MdB<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wo hat der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk Nachholbedarf?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im digitalen Bereich sind wir an vielen Stellen noch nicht so weit, wie wir sein k\u00f6nnten. Ein Podcast galt zum Beispiel lange als mediales Format, das man auch mal probiert, aber nicht wirklich f\u00fcr n\u00f6tig h\u00e4lt. Jetzt merkt man pl\u00f6tzlich, wie viel Interesse daran besteht, dass Menschen auch bereit sind, eine Stunde und l\u00e4nger zuzuh\u00f6ren \u2013 weil sie den Podcast abrufen k\u00f6nnen, wann sie wollen. Man muss die digitalen M\u00f6glichkeiten des \u00d6RR weiterdenken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Sollten Bildungsinhalte des \u00d6RR dauerhaft mit freier Lizenz online verf\u00fcgbar sein?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin der festen \u00dcberzeugung, dass das so sein sollte. Gelder, die wir bisher in gedruckte Lernmittel zwischen Buchdeckeln stecken, sollten zu einem Teil in digitale Lerninhalte flie\u00dfen. Und wenn diese mit \u00f6ffentlichen Mitteln entstehen, sollten sie auch kostenlos zug\u00e4nglich sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das steht nicht im Gegensatz dazu, dass die Entstehung dieser Inhalte finanziell gesichert sein muss. Wenn das Geld dann aber \u00fcber Geb\u00fchren wieder hereingeholt werden muss, stimmt offenbar etwas mit dem Modell nicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wieso h\u00e4ngen wir im Bereich der digitalen Bildungsangebote hinterher?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Akteure haben wahrscheinlich lange geglaubt, das Internet w\u00fcrde bald wieder verschwinden. Nun haben es viele P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen mit Lernenden zu tun, die Digital Natives sind. Der Kompetenzaufbau bei den Lehrkr\u00e4ften ist viel zu lange verschlafen worden \u2013 und der Ver\u00e4nderungsdruck hat gefehlt. Den sp\u00fcren wir jetzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Finden Sie, dass die Kampagnen von Wikimedia gen\u00fcgend Sichtbarkeit haben?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wikimedia hat allein durch die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer gute M\u00f6glichkeiten, Druck zu machen. Genutzt werden die Angebote reichlich, niemand kommt zurecht ohne Wikipedia. Dass dahinter eine Organisation steht, die noch viele andere interessante Projekte betreibt, ist vielleicht nicht so bekannt. Aber die Pop-Ups, die bei Wikipedia auftauchen, sind zum Beispiel ein guter Weg, um Aufmerksamkeit zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Saskia Esken (SPD) ist Mitglied des Bundestages und seit Dezember 2019 zusammen mit Norbert Walter-Borjans Bundesvorsitzende ihrer Partei.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Unsere Demokratie ist darauf angewiesen, dass B\u00fcrger mitdenken und Fake von Fakt trennen, deswegen m\u00fcssten mehr verst\u00e4ndliche oder verst\u00e4ndlich aufbereite Inhalte kostenlos und dauerhaft zur Verf\u00fcgung stehen. Wissenschaft darf niemals nur Herrschaftswissen werden.<\/p><cite>Jean P\u00fctz, Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Es gibt zu viele dubiose Quellen im Netz, die Falschmeldungen verbreiten. Daher wird es immer wichtiger, dagegen zu halten. Eine Zusammenarbeit von Wikimedia und den \u00d6ffentlich-Rechtlichen kann seri\u00f6sen Medien zu mehr Verbreitung verhelfen.<\/p><cite>Kirsten Bode, Hauptredaktion Geschichte &amp; Wissenschaft Redaktion Terra X, ZDF<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Die Beitragszahler bezahlen die Produktion s\u00e4mtlicher Inhalte \u00f6ffentlich-rechtlicher Anstalten. Es ist eine geradezu bizarre Praxis, ihnen Zugang zu diesen Inhalten nur auf ausgesuchten Wegen oder bestimmten Zeiten zu gew\u00e4hren.<\/p><cite>Mario Sixtus, Filmemacher, Drehbuchautor, Journalist<\/cite><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildungsbeitr\u00e4ge des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks sollten dauerhaft unter freier Lizenz online zur Verf\u00fcgung stehen. Schlie\u00dflich finanzieren wir sie mit unserem Rundfunkbeitrag. Das ist das Kernanliegen der Kampagne \u00d6FFENTLICHES GELD \u2013 \u00d6FFENTLICHES GUT, in der sich neben Wikimedia Deutschland Verb\u00e4nde wie der Bundeselternrat, der Deutsche Bibliotheksverband oder die Open Knowledge Foundation engagieren. Erste positive Entwicklungen gibt es: Das ZDF-Wissensmagazin \u201eTerra X\u201c hat einige Clips unter Creative Commons gestellt, und das junge Content-Netzwerk \u201eFunk\u201c von ARD und ZDF bietet im Kanal \u201eWikitube\u201c frei zug\u00e4ngliche Videos zu Themen wie Treibhauseffekt oder US-Pr\u00e4sidentenwahl.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":200,"template":"","categories":[3],"class_list":["post-13","themen","type-themen","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-rahmenbedingungen"],"acf":[],"lang":"de","translations":{"de":13,"en":369},"pll_sync_post":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wikimedia.de\/2019\/wp-json\/wp\/v2\/themen\/13","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wikimedia.de\/2019\/wp-json\/wp\/v2\/themen"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wikimedia.de\/2019\/wp-json\/wp\/v2\/types\/themen"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wikimedia.de\/2019\/wp-json\/wp\/v2\/media\/200"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wikimedia.de\/2019\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wikimedia.de\/2019\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}