{"id":10,"date":"2020-05-18T14:15:46","date_gmt":"2020-05-18T12:15:46","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.wikimedia.de\/2020\/?post_type=themen&#038;p=10"},"modified":"2021-06-22T16:02:58","modified_gmt":"2021-06-22T14:02:58","slug":"wikibase-enslaved","status":"publish","type":"themen","link":"https:\/\/www.wikimedia.de\/2020\/themen\/wikibase-enslaved\/","title":{"rendered":"Geschichte sichtbar machen mit Wikibase: Enslaved.org"},"content":{"rendered":"<div class=\"block-success-number\">\n    <div class=\"callout base-green-bg\" style=\"transform: rotate(20deg);\">\n        <div class=\"content\">\n            <!-- wp:heading {\"level\":3} -->\n<h3>8 verschiedene Organisationen bieten Services f\u00fcr Wikibase an.<\/h3>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->        <\/div>\n    <\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Plattform \u201eEnslaved: Peoples of the Historical Slave Trade\u201c sammelt historische Daten \u00fcber diejenigen Menschen, die direkt vom transatlantischen Sklavenhandel betroffen waren. Das Digital-Humanities-Projekt wird von der Michigan State University durchgef\u00fchrt und von der Andrew W. Mellon Foundation unterst\u00fctzt. Enslaved.org nutzt Wikibase, die freie Datenbank-Software von Wikimedia Deutschland. Verschiedene historische Datenbanken werden in einer Linked-Open-Data-Plattform miteinander verkn\u00fcpft. Das Ziel ist, den versklavten Menschen ihre Geschichte zur\u00fcckzugeben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Trag\u00f6die der Sklaverei ist unbeschreiblich\u201c, sagt Dean Rehberger, Direktor des Digital Humanities Center MATRIX und Professor f\u00fcr Geschichte an der Michigan State University. \u201eAls Historiker sind wir mit dem Problem konfrontiert, wie wir \u00fcber das Unbekannte und Unaussprechliche sprechen sollen\u201c, erkl\u00e4rt Daryle Williams, Co-Principal Investigator bei dem Projekt Enslaved.org.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Wissenschaftler haben sich deshalb vorgenommen, ein Kapitel der Geschichte benennbar und greifbar zu machen, das zu weiten Teilen verdr\u00e4ngt wurde und wird. Ihre Plattform Enslaved.org sammelt historische Daten \u00fcber den transatlantischen Sklavenhandel. Sie stammen aus Volksz\u00e4hlungsberichten, Tauf-, Schifffahrts- und Verkaufsunterlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein Unterfangen mit vielen Herausforderungen. \u201eWir haben all diese Daten in handschriftlichen Dokumenten, die wir digitalisieren m\u00fcssen\u201c, so Rehberger. \u201eOder wir haben Daten auf Material, das mit der Zeit verf\u00e4llt und zu verschwinden droht. Also m\u00fcssen wir diese Originaldaten erhalten und erfassen.\u201c Viele der in Archiven vorhandenen Informationen und Artefakte der kolonialen Sklaverei sind aus der Perspektive der Sklavenhalter*innen geschrieben, was ein zus\u00e4tzliches Problem darstellt. \u201eWir m\u00fcssen uns fragen, ob und wie wir diese Daten reproduzieren wollen\u201c, betont Williams. Zudem sind die Aufzeichnungen oft widerspr\u00fcchlich, Namen \u00e4ndern sich in verschiedenen Dokumenten, und es gibt ungez\u00e4hlte Schreibvarianten je nach Zeit, Sprache und Region.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir m\u00f6chten, dass die Nutzenden von Enslaved.org diese Aufzeichnungen lesen und den Sinn dahinter erschlie\u00dfen\u201c, erkl\u00e4rt Rehberger. \u201eWir wollen sie zur\u00fcck zur Quelle schicken.\u201c Daf\u00fcr werden Datens\u00e4tze zusammengef\u00fchrt, und die Nutzenden k\u00f6nnen jederzeit zur\u00fcckgehen und das Original finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Um das m\u00f6glich zu machen, haben die Wissenschaftler*innen sich f\u00fcr die Arbeit mit Linked Open Data und speziell Wikibase entschieden \u2013 der freien Datenbank-Software von Wikimedia Deutschland. \u201eWikibase l\u00e4sst die Komplexit\u00e4t zu, die Teil unserer Arbeit ist\u201c, so Rehberger. Zudem habe die Software eine nachhaltige Community. \u201eSelbst wenn wir aufh\u00f6ren w\u00fcrden, an Enslaved.org zu arbeiten, w\u00fcrde die Technik weiter aktualisiert werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schon vor Enslaved.org haben die beiden ein Digital-Humanities-Projekt namens Slave Biographies betrieben und historische Aufzeichnungen \u00fcber das Leben von versklavten Menschen gesammelt. \u201eDas Problem war\u201c, erz\u00e4hlt Rehberger, \u201edass es so viele verschiedene Softwares, Datenformate und Tools gibt. Wir hatten Zugang zu vielen Daten, aber sie lagen in Silos und waren schwer zu bearbeiten. Wir wollten die verschiedenen Projekte, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben, miteinander verbinden und sie einer gr\u00f6\u00dferen Community zug\u00e4nglich machen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin gro\u00dfes Problem in der Geschichtsforschung ist, dass die Sklaverei Namen und Schicksale ausgel\u00f6scht und Wissen zerst\u00f6rt hat\u201c, sagt Williams. \u201eEs ist unm\u00f6glich, dieses Wissen vollst\u00e4ndig wiederherzustellen. Allerdings gibt es Millionen von Aufzeichnungen \u00fcber die Millionen von Menschen, die versklavt wurden, und viele sind in diesen Aufzeichnungen namentlich genannt. Wir versuchen, zu systematisieren und Schicksale zu rekonstruieren.\u201c Es ist ein Vorhaben mit einer gesellschaftspolitischen Dimension, die in die Gegenwart wirkt. &#8220;Say their names\/Sag ihre Namen&#8221; fordern die Hinterbliebenen rassistisch motivierter Gewalt in den USA. Williams fragt deshalb: \u201eWas k\u00f6nnen wir tun, um ihre Namen buchst\u00e4blich auszusprechen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Text basiert auf einem <a href=\"https:\/\/tech-news.wikimedia.de\/2021\/02\/16\/sdg\/\">Interview von Elisabeth Giesemann<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Plattform \u201eEnslaved: Peoples of the Historical Slave Trade\u201c sammelt historische Daten \u00fcber diejenigen Menschen, die direkt vom transatlantischen Sklavenhandel betroffen waren. Das Digital-Humanities-Projekt wird von der Michigan State University durchgef\u00fchrt und von der Andrew W. Mellon Foundation unterst\u00fctzt. Enslaved.org nutzt Wikibase, die freie Datenbank-Software von Wikimedia Deutschland. 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