{"id":118,"date":"2020-05-26T17:53:50","date_gmt":"2020-05-26T15:53:50","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.wikimedia.de\/2020\/?post_type=themen&#038;p=118"},"modified":"2022-04-22T14:52:58","modified_gmt":"2022-04-22T12:52:58","slug":"20-jahre-wikipedia","status":"publish","type":"themen","link":"https:\/\/www.wikimedia.de\/2021\/themen\/20-jahre-wikipedia\/","title":{"rendered":"20 Jahre Wikipedia"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><strong>Wenn das gr\u00f6\u00dfte Mitmachprojekt des Planeten Geburtstag hat, muss geb\u00fchrend gefeiert werden! Zum 20. Jubil\u00e4um der Wikipedia gratulierten prominente K\u00f6pfe, Dokumentarfilme entstanden \u2013 und eine digitale Ausstellung entdeckte hinter den Kulissen der Wissenssammlung und ihrer Community Bemerkenswertes bis Kurioses. Auch \u00fcber Wikipedia selbst gab es noch immer Neues zu erfahren.<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der, die, oder das Wikipedia? \u00dcber das Genus herrschte zun\u00e4chst Uneinigkeit, als am 16. M\u00e4rz 2001 die deutschsprachige Ausgabe der freien Online-Enzyklop\u00e4die an den Start ging. \u201eDie meisten deutschen Nomen, die auf -a enden, sind Femininum, aber trotzdem, \u2018die deutsche Wikipedia\u2019 ist albern\u201c, kommentierte ein User damals.<\/p>\n\n\n\n<p>20 Jahre sp\u00e4ter hat sich dieser Fall erledigt \u2013 und die Geschichte z\u00e4hlt zum Schatz von Anekdoten, die Anika Reineke, Damaris Schmitz und Elisabeth Friedrich f\u00fcr die Online-Ausstellung \u201eGemeinsam f\u00fcr Freies Wissen\u201c zusammengetragen haben. Die Jubil\u00e4umsausstellung, entstanden in Kooperation mit der Deutschen Digitalen Bibliothek, f\u00fchrt anl\u00e4sslich des Geburtstags der gr\u00f6\u00dften Wissenssammlung der Welt tief ins Wikiversum \u2013 nicht zuletzt mit dem Ziel, \u201edie Community zu feiern, die Freiwilligen, die so viel Zeit, Herzblut und Engagement in dieses Projekt investieren\u201c, so Reineke.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ansteckende Begeisterung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wikipedianer*innen aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz waren aufgerufen, besondere Erinnerungen zu schicken, Digitalisate, die in ihren Augen erz\u00e4hlen, was die gemeinsame Arbeit am Ideal des Freien Wissens ausmacht. Die drei Kuratorinnen haben die Ausstellung selbst nach dem Wikipedia-Prinzip aufgebaut: Begriffe sind verlinkt, ein Beitrag schl\u00e4gt Br\u00fccken zum n\u00e4chsten. Erz\u00e4hlt wird von den Anf\u00e4ngen des Freien Wissens. \u201eSchon in einem Druck des Diamant-Sutra aus dem Jahr 868 findet sich der Vermerk \u201aZur universellen Verteilung\u2019\u201c, erz\u00e4hlt die Kunsthistorikerin Reineke, die bei den Staatlichen Museen zu Berlin arbeitet und seit 2003 Wikipedianerin ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Man erf\u00e4hrt von der Gr\u00fcndung des kollaborativen Schreibprojektes \u201eWomen in Red\u201c, der Wikiquette mit 10 Benimmregeln, dem Unterwegssein per Wikitrain, der Aktion #wikifueralle \u2013 oder auch dem WikiProjekt \u201eTraditionelles Handwerk\u201c (und was es mit dem \u201eTrattenbacher Taschenfeitel\u201c als Teil des immateriellen Kulturerbes \u00d6sterreichs auf sich hat). Mitglieder der Community berichten von der Entdeckung eines entlegenen britischen Soldatenfriedhofs in \u00c4gypten, dem letzten Treffen mit einem 91-j\u00e4hrigen K\u00f6lner Grafiker (Erfinder der Figur \u201eOskar, der freundliche Polizist\u201c). Oder der aufw\u00e4ndigen Suche nach Fotomaterial f\u00fcr einen Text \u00fcber einen ehemaligen Gouverneur in Timor.<\/p>\n\n\n\n<p>Kuratorin Damaris Schmitz \u2013 die wie Elisabeth Friedrich f\u00fcr die Agentur Artefakt Kulturkonzepte arbeitet \u2013 fasst es so zusammen: \u201eIch war begeistert von der Begeisterung der Freiwilligen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr als nur ein Lexikon &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHeute arbeiten Staatsarchive und Bibliotheken mit dir zusammen, du bist ein Lichtblick im Internet in Zeiten von Desinformation und alternativen Wahrheiten.\u201c Mit diesem Lob bedachte Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier das Geburtstagskind Wikipedia \u2013 als einer von vielen Prominenten aus Politik, Wissenschaft und Kultur, die per Videobotschaft gratulierten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein Brockhaus steht zwar immer noch im Regal, aber ich benutze ihn zunehmend selten \u2013 weil es einfach toll ist, dass man auf euch zur\u00fcckgreifen kann per Knopfdruck\u201c, sagte Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhr seid viel mehr als nur ein Lexikon \u2013 bei euch kann jeder mitmachen, der sich die Zeit nimmt\u201c, so der Autor Jean P\u00fctz.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eStell dir eine Welt vor, in der jede*r Einzelne auf dem Planeten freien Zugang zu dem gesamten Wissen der Menschheit hat\u201c \u2013 mit diesem Satz umrei\u00dft Wikipedia-Mitgr\u00fcnder Jimmy Wales seine urspr\u00fcngliche, noch immer g\u00fcltige Vision f\u00fcr das Projekt. Das Zitat steht auch am Anfang der Dokumentation \u201eDas Wikipedia-Versprechen \u2013 20 Jahre Wissen f\u00fcr alle?\u201c, die Lorenza Castella und Jascha Hannover f\u00fcr den WDR in Zusammenarbeit mit arte aus Anlass des Jubil\u00e4ums realisiert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Film ist eine kritische W\u00fcrdigung der Wikipedia-Geschichte. Nicht nur wird R\u00fcckschau auf die Anf\u00e4nge (die letztlich gescheiterte \u201eNupedia\u201c) und auf Erfolgsmarken gehalten (zwischen 30 und 40 Millionen Aufrufe verzeichnet allein die deutsche Wikipedia t\u00e4glich). Die Dokumentation beleuchtet auch Kontroversen wie Edit-Wars, den Gendergap in den Communitys oder die Frage der Abbildbarkeit von Oral History.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Asteroid Wikipedia<\/p>\n\n\n\n<p>Wer dagegen selbst durch die Geschichte der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte navigieren m\u00f6chte, kann online auf \u201evirtuelle Zeitreise\u201c gehen \u2013 und Wegmarken aus 20 Jahren entdecken. Wie \u2013 nur zum Beispiel \u2013 den 15. Januar 2003 (\u201eZu ihrem zweiten Geburtstag umfasst die gesamte Wikipedia 130.000 Artikel in 28 Sprachen und ist damit das gr\u00f6\u00dfte Wiki der Welt\u201c). Den 5. Dezember 2008 (\u201eDas Deutsche Bundesarchiv \u00fcbergibt Wikimedia Commons 100.000 Bilder unter freier Lizenz\u201c). Den 27. Januar 2013 (\u201eEin Asteroid wird nach Wikipedia benannt\u201c). Oder den 27. Januar 2020 (\u201eEin Wikipedianer erh\u00e4lt erstmals das Bundesverdienstkreuz\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Anika Reineke betont, dass im Titel der Geburtstagsausstellung die Essenz des gesamten Projektes steckt: \u201eGemeinsam f\u00fcr Freies Wissen\u201c. \u201eGenau darum geht es: um ein gemeinsames Arbeiten an diesem gro\u00dfen Ideal.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn das gr\u00f6\u00dfte Mitmachprojekt des Planeten Geburtstag hat, muss geb\u00fchrend gefeiert werden! Zum 20. 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