{"id":12,"date":"2020-05-18T14:16:54","date_gmt":"2020-05-18T12:16:54","guid":{"rendered":"https:\/\/stage.wikimedia.de\/2020\/?post_type=themen&#038;p=12"},"modified":"2022-04-29T12:25:52","modified_gmt":"2022-04-29T10:25:52","slug":"glam-veranstaltungen","status":"publish","type":"themen","link":"https:\/\/www.wikimedia.de\/2022\/themen\/glam-veranstaltungen\/","title":{"rendered":"GLAM-Veranstaltungen im digitalen Raum"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><strong>Wie kann auch in Zeiten einer Pandemie der Austausch zwischen Ehrenamtlichen und Kulturerbe-Institutionen gelingen? Mit einer Reihe virtueller GLAM-Veranstaltungen hat Wikimedia 2021 bewiesen, dass gerade der digitale Raum Schwellen senken und Zug\u00e4nge erleichtern kann. Ein Highlight des Jahres war die Online-Preisverleihung des Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments (WLM), der einen neuen Rekord an Einreichungen aufgestellt hat.<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Zeiten, als wir beim Fotografieren von Denkm\u00e4lern von Eigent\u00fcmer*innen mit Hunden vom Hof gejagt wurden, sind vorbei\u201c, scherzt Elke Wetzig. Die langj\u00e4hrige Wikipedianerin moderiert die Online-Preisverleihung des Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments (WLM) \u2013 und k\u00fcndigt eine besondere Gru\u00dfbotschaft an. Zum Gewinnerbild \u2013 eine Drohnenaufnahme des Schlosses Langenburg in Baden-W\u00fcrttemberg, von Matthias S\u00fc\u00dfen pittoresk auf dem Bergsporn im morgendlichen Nebel des Jagsttals in Szene gesetzt \u2013 gratuliert F\u00fcrst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg. Er ist der Burgherr pers\u00f6nlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir sind extrem stolz, dass ein Foto unseres Schlosses den Wettbewerb gewonnen hat\u201c, betont er im Videoeinspieler und f\u00fcgt hinzu: \u201eWir m\u00fcssen unseren Dank an alle Teilnehmenden richten, denn sie unterst\u00fctzen den Erhalt von Kulturdenkm\u00e4lern durch ihre Arbeit und Leidenschaft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tats\u00e4chlich steht genau dieser Gedanke im Zentrum des von Wikipedianer*innen organisierten Wettbewerbs \u2013 und nicht die Konkurrenz ums Siegertreppchen. \u201eAngesichts der Tatsache, dass \u00fcber 41.000 Bilder eingereicht wurden, darf sich jeder, der es in die Top Ten geschafft hat, als Gewinner f\u00fchlen\u201c, so Wikipedianer Wuselig, der WLM in verschiedenen Positionen seit der ersten deutschen Ausgabe 2011 mitgepr\u00e4gt hat. Inzwischen findet der Wettbewerb auf allen Kontinenten statt \u2013 sogar auf Antarktika. In Deutschland war der Zuspruch nie gr\u00f6\u00dfer als in diesem Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Eine Kehrtwende um 180 Grad<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch der 2. Platz \u2013 das Bild eines Fachwerkhauses in Goslar von Martin Kraft \u2013 wird sehr wertgesch\u00e4tzt. \u201eEin tolles Marketing f\u00fcr unsere Stadt\u201c, sagt Goslars ehemaliger Oberb\u00fcrgermeister Oliver Junk erfreut, ebenfalls im Video. \u201eDanke, dass sich Ehrenamt auch in diesem Bereich engagiert.\u201c Auch zahlreiche hochrangige Vertreter*innen von Kulturerbe-Institutionen haben f\u00fcr die Preisverleihung anerkennende Gr\u00fc\u00dfe gesandt \u2013 unter ihnen Maria B\u00f6hmer, Pr\u00e4sidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Ulrike Lorenz, Pr\u00e4sidentin der Klassik Stiftung Weimar, oder Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preu\u00dfische Schl\u00f6sser und G\u00e4rten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es bedeute \u201eeine Kehrtwende um 180 Grad\u201c, dass sich die Kulturerbe-Institutionen den Wikimedia-Projekten mittlerweile derart \u00f6ffnen, so Holger Plickert, Projektmanager f\u00fcr Wikimedia Deutschland und Experte im GLAM-Bereich. Wo noch vor wenigen Jahren viel \u00dcberzeugungsarbeit notwendig war, um den Ehrenamtlichen das Fotografieren von Kultur- und Baudenkm\u00e4lern zu erm\u00f6glichen, werden heute Einladungen ausgesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwellenabbau im digitalen Raum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die digitale WLM-Gala war dabei nur eines unter vielen Projekten, die Plickert 2021 gemeinsam mit der Community und den Institutionen trotz der anhaltenden Pandemie m\u00f6glich gemacht hat. Mit einer Reihe partizipativer Online-Formate konnten die Kommunikationsstr\u00e4nge zwischen Ehrenamtlichen und Institutionen nicht nur aufrecht erhalten werden \u2013 der Kreis der Teilnehmenden hat sich auf virtuellen KulTouren durch Museen und Bibliotheken teils sogar erweitert. \u201eWir wollen inklusiv und niederschwellig sein\u201c, betont Plickert. Das sei im digitalen Raum so gut gelungen, dass seit Januar 2022 in Kooperation zwischen Wikimedia Deutschland, Wikimedia \u00d6sterreich und Wikimedia Schweiz das verstetigte Format \u201eGLAM digital\u201c angeboten werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere positive Erfahrung hat Plickert auf der virtuellen KultTour durch die Bibliothek Monacensia im Hildebrandhaus in M\u00fcnchen gemacht, die einen Schwerpunkt auf <em>female heritage <\/em>legt. Nie zuvor nahmen so viele Frauen an einer GLAM-Veranstaltung teil: \u00fcber 80 Prozent. \u201eIch durfte etliche Wikipedianerinnen neu kennenlernen\u201c, so Plickert. \u201eDas zeigt, dass sich Menschen auch \u00fcber ein Thema gewinnen lassen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als wichtiges Signal der Kulturerbe-Institutionen an die Freiwilligen wiederum sieht er die Tatsache, dass immer h\u00e4ufiger die Leiter*innen selbst sich Zeit nehmen, ihre Sammlungen zu pr\u00e4sentieren. Zum Beispiel Prof. Michael Embach, Direktor der Wissenschaftlichen Bibliothek der Stadt Trier, der einen virtuellen Rundgang durch die Schatzkammer seines Hauses veranstaltet \u2013 und Preziosen wie eine originale Gutenberg-Bibel oder einen auf der Welt einmaligen Fischerei-Kalender pr\u00e4sentiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Signale in drei Richtungen &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr mehr und bessere Sichtbarkeit des Kulturerbes in der Wikipedia und ihren Schwesterprojekten sollen indes nicht nur GLAM-Veranstaltungen sorgen \u2013 sondern auch die 2021 gegr\u00fcndete Arbeitsgemeinschaft kuwiki (Kunstwissenschaften + Wikipedia). Die Kunsthistoriker*innen, die hier mit Ehrenamtlichen zusammentreffen, tragen als Fachleute nicht nur dazu bei, manche Bildbeschreibung in der freien Enzyklop\u00e4die zu optimieren. Sie werben umgekehrt auch in ihrem Fach f\u00fcr die Wikipedia als Publikationsm\u00f6glichkeit mit hoher Reichweite.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie wichtig generell die Dokumentation und damit der Erhalt des kulturellen Erbes sind, verdeutlicht Wikipedianer Thomas. Auch er ist eine treibende Kraft hinter dem Wettbewerb Wiki Loves Monuments, der 2021 erstmals einen Sonderpreis f\u00fcr zerst\u00f6rte und bedrohte Kulturdenkm\u00e4ler vergeben hat. \u201eDiesen Preis haben wir unter dem Eindruck der Flutkatastrophe 2021 kurzfristig ausgelobt. Die drei Preistr\u00e4ger zeigen eine Br\u00fccke im Ahrtal wenige Wochen vor der Zerst\u00f6rung, eine dem Verfall preisgegebene Villa in Brandenburg und ein Industriedenkmal, das teilweise abgerissen wurde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Holger Plickert war die virtuelle WLM-Preisverleihung ein Highlight des Jahres, weil sie gleich drei Signale gesendet habe. An die Freiwilligen: \u201eIhr leistet gro\u00dfartige Arbeit, bleibt am Ball.\u201c An potenzielle Community-Mitglieder: \u201eEs ist m\u00f6glich, sich zu engagieren, trotz Pandemie.\u201c Und an die Institutionen: \u201eSchaut, was f\u00fcr tolle Menschen sich f\u00fcr die Themen einsetzen, f\u00fcr die auch ihr euch engagiert.\u201c&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann auch in Zeiten einer Pandemie der Austausch zwischen Ehrenamtlichen und Kulturerbe-Institutionen gelingen? 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