Öffentliches Geld
Öffentliches Gut

Wir alle ermöglichen mit unserem Rundfunkbeitrag die Produktion von Bildungsinhalten. Sollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk uns diese Inhalte dann nicht auch frei zur Verfügung stellen?

Warum digitale Bildungsinhalte gerade jetzt frei zugänglich sein sollten

In der aktuelle Situation um Covid-19 können nachnutzbare Inhalte unter freier Lizenz die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern erleichtern. Hier erfahren Sie, warum:

  • #ÖGÖG für digitale Bildung in der Krise – Weitere Informationen

    Schulschließungen führen dazu, dass Lehrerinnen und Lehrer Unterrichtsmaterialien online zur Verfügung stellen müssen. „Vor allem Schülerinnen und Schüler, die jetzt von zu Hause arbeiten, dürfen nicht den Anschluss verlieren und müssen digital weiterlernen. Nur wenn die Bildungsinhalte aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk für alle dauerhaft verfügbar sind, können Schülerinnen und Schüler wirklich von ihnen profitieren. Das gilt jetzt, aber auch nach der Krise,“ sagt Abraham Taherivand, Geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland.

    Das bringt nicht nur viele technische Herausforderungen mit sich – die Lehrkräfte laufen außerdem Gefahr, Urheberrechte zu verletzen, da auch die entsprechenden Gesetze keine klaren Vorgaben machen für Situationen wie die derzeitige. Creative-Commons-Lizenzen helfen Lehrerinnen und Lehrern, Unterrichtsmaterial für Schülerinnen und Schüler zu Hause zusammenzustellen und zu teilen, das dann auch außerhalb der Schulserver liegen darf.

    „Gerade in Krisenzeiten benötigen wir einfachen Zugriff auf Wissensquellen, denen wir vertrauen können. Die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer und der ehrenamtlichen Wikipedia-Aktiven sollte daher durch freien Zugang zu Inhalten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erleichtert werden. Am Ende profitieren wir alle von einem besseren Zugang zu Bildungsinhalten. Das bedeutet ‘Öffentliches Geld – Öffentliches Gut’,“ so Abraham Taherivand weiter.

  • Lehrerverbände und Wikimedia wollen Corona-Soforthilfe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dauerhaft nutzbar machen

    Der Deutsche Philologenverband, der Verband Deutscher Realschullehrer, der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung, die Katholische Erziehergemeinschaft und der Deutsche Lehrerverband begrüßen gemeinsam mit Wikimedia Deutschland die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk seit Beginn der Schulschließungen. Gleichzeitig appellieren sie in einem Offenen Brief, die bereitgestellten Bildungsangebote im Rahmen der Corona-Soforthilfe dauerhaft zur Verfügung zu stellen.

    „Guter Unterricht geht noch besser mit professionell erstelltem, ästhetisch ansprechendem und fachlich geprüftem Material, das uns digital nicht nur in Corona-Zeiten frei zur Verfügung stehen sollte“, fordert Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes e. V., (DPhV).

    Lehrerinnen und Lehrer müssen Unterricht seit Beginn der Pandemie neu planen. Ein Regelunterricht mit tagtäglicher, voller Präsenz aller Schülerinnen und Schüler und ihrer Lehrkräfte bleibt wegen der anhaltenden Infektionsgefahr auch im nächsten Schuljahr noch in der Ferne. In dieser Sondersituation sind viele Stundenentwürfe entstanden, die vor Ort, aber auch für zu Hause geeignet sind. Dazu werden auch die von ARD und ZDF bereitgestellten Medien und Inhalte verwendet, die sich wegen ihrer hohen qualitativen Standards i.d.R. bedenkenlos für den Lehreinsatz eignen.

    Diese sind aber zu oft mit einem Ablaufdatum in den Mediatheken versehen. Würden sie wieder verschwinden, wäre die in der Krise geleistete Arbeit auf einen Schlag nutzlos. Bei Schulschließungen, bei partiellen Öffnungen, bei Krankheit, aber auch im “normalen Unterricht” können die seit Februar erstellten Materialien und Lernumgebungen die Schülerinnen und Schüler zu Hause unterstützen. Lehrerinnen und Lehrer, die Beachtliches leisten, um auch digitalen Unterricht zu gewährleisten, wollen sich weiterhin auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verlassen können.

    „Dauerhaft veröffentlichtes Material kann auch zuverlässig in der deutschsprachigen Wikipedia verlinkt werden. Davon profitieren mehrere Millionen Menschen täglich, die im Internet nach verlässlichen Informationen suchen. Die rechtliche Grundlage dazu ist nun mit dem Rundfunkänderungsstaatsvertrag (22. RÄStV) vorhanden.”, sagt Abraham Taherivand, Geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland.

    Damit erhält der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Möglichkeit und den Auftrag, bestimmte Inhalte dauerhaft online verfügbar zu halten. Der Staatsvertrag sieht zeit- und kulturgeschichtliche Archive mit informierenden, bildenden und kulturellen Telemedien vor. Diese dürfen grundsätzlich zeitlich unbegrenzt angeboten werden. Der gemeinsame Appell ist es, die aktuell aufbereiteten Inhalte sofort von der sogenannten Depublikation auszunehmen und sie zeitlich unbegrenzt zur Verfügung zu stellen.

    Link zum Offenen Brief als PDF: https://kurzelinks.de/b3pv

Kati Szilágyi für Wikimedia Deutschland e. V. CC BY-SA 4.0

Beiträge, deren Erstellung durch öffentliche Gelder finanziert wird, sollen auch der Öffentlichkeit dauerhaft zur Verfügung stehen. Unser Ziel: Freie Lizenzen, wo immer möglich und angemessen vergütet. So können Lehrkräfte und Bildungsakteure die Inhalte ohne Einschränkungen als Lehrmaterialien im Unterricht nutzen.

Stimmen

Es gibt zu viele dubiose Quellen im Netz, die Falschmeldungen verbreiten. Daher wird es immer wichtiger, dagegen zu halten. Eine Zusammenarbeit von Wikimedia und den Öffentlich-Rechtlichen kann seriösen Medien zu mehr Verbreitung verhelfen.

Kirsten Bode, Hauptredaktion Geschichte & Wissenschaft Redaktion Terra X, ZDF

Die Beitragszahler bezahlen die Produktion sämtlicher Inhalte öffentlich-rechtlicher Anstalten. Es ist eine geradezu bizarre Praxis, ihnen Zugang zu diesen Inhalten nur auf ausgesuchten Wegen oder bestimmten Zeiten zu gewähren.

Mario Sixtus, Filmemacher, Drehbuchautor, Journalist

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist der Öffentlichkeit verpflichtet. Öffentlichkeit wird heute und in Zukunft noch mehr im Internet gestaltet. Im Transformationsprozess vom linearen Programmkorsett zum non-linearen Programmpotpourri entsprechen erst offene Lizenzen dem Status Quo der Rezeptionsgewohnheiten.

Dr. Charlotte Echterhoff, Wissenschaftliche Referentin, DLR-Projektträger

Unsere Demokratie ist darauf angewiesen, dass Bürger mitdenken und Fake von Fakt trennen, deswegen müssten mehr verständliche oder verständlich aufbereite Inhalte kostenlos und dauerhaft zur Verfügung stehen. Wissenschaft darf niemals nur Herrschaftswissen werden.

Jean Pütz, Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator

Unsere Argumente

Allgemeinwohl

Beitragsfinanzierte Bildungsinhalte sollten allen dauerhaft zur Verfügung stehen. So sieht es der Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen vor. Höchste Zeit also, dass mehr Inhalte unter einfachen Regeln für alle nutzbar sind.

Steuereinsparungen

Freie Lehrmaterialien können jederzeit geteilt werden. Das bedeutet weniger Ausgaben für unsere Schulen.

Zusammenarbeit

Lehrerinnen und Lehrer haben die Chance, ihre Lernmaterialien untereinander zu teilen und gemeinsam weiter zu entwickeln.

Publikum erreichen

Auch außerhalb des Unterrichts können freie Bildungsinhalte genutzt werden. Zum Beispiel in den Artikeln der Wikipedia.

Freie Lizenzen geben uns das Recht, Werke für alle Zwecke zu verwenden, zu verbreiten und zu verbessern.

Sagen Sie es Ihrem Rundfunk:

Mein Beitrag, mein Inhalt!

Bildungsinhalte sollen wo immer möglich unter freien Lizenzen veröffentlicht werden!

Mit Ihrer Unterschrift unterstützen Sie unsere Forderungen zur Kampagne „Öffentliches Geld – Öffentliches Gut!“, die wir in einem offenen Brief zusammengefasst haben. Diesen können Sie hier einsehen: Zum offenen Brief.  

Nach Ablauf der Unterschriftensammlung legen wir den offenen Brief zusammen mit allen Unterschriften den Intendanten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vor.

Häufige Fragen und Antworten zur Kampagne haben wir auf der Presse-Seite für Sie zusammengefasst.

24 Organisationen und 4905 Personen unterstützen bereits unseren Aufruf.

Jetzt in die Unterschriftenliste eintragen:

(Erläuterung: Name und Ort erscheinen auf der gedruckten Unterschriftenliste, die wir dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk übergeben. Diese werden wir zum Ende des Jahres löschen. Zudem können Sie sich mit Ihren Angaben und gegebenenfalls einem Kommentar in die öffentliche Unterschriftenliste auf dieser Website eintragen.)

* Ich willige ein, dass mein Name im Zusammenhang mit dem von mir erstellten Kommentar auf Wikimedia.de veröffentlicht wird. Meine Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a) DSGVO) kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber Wikimedia widerrufen.

** Indem ich meine E-Mail-Adresse eintrage, erkläre ich mich damit einverstanden, dass Wikimedia mich aufgrund meiner Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a) DSGVO) per E-Mail bis auf Widerruf über Aktuelles informiert und die hierzu erforderlichen Datenverarbeitungen vornimmt. Ich kann meine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber Wikimedia widerrufen. Nähere Informationen zur Datenverarbeitung bei Wikimedia und zu meinen Rechten finde ich unter Datenschutz.

Unterstützende Organisationen

Ihre Organisation möchte die ÖGÖG-Kampagne ebenfalls unterstützen? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an politik@wikimedia.de.

Bundeselternrat
Deutscher Lehrerverband
Verband Deutscher Realschullehrer
Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung
Berufsverband Lehrkräfte und Pädagogen
Deutscher Philologenverband
Zentrale für Unterrichtsmedien
Gesellschaft für Medienwissenschaften
Commons-Institut
Kiron
Jugendpresse Deutschland
Deutscher Bundesjugendring
Chaos Computer Club
Institut für Medien- und Kommunikationspolitik
Klassik Stiftung Weimar
edulabs
Schule im Aufbruch
Open Knowledge Foundation Deutschland
Deutscher Bibliotheksverband
Digitale Gesellschaft
Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands
Bündnis Freie Bildung
Katholische Erwachsenenbildung Deutschland
Wikimedia Deutschland