Pressemitteilung: Frag sie Abi!

„Frag sie Abi!”: Wikimedia Deutschland und FragDenStaat fordern kostenfreien Zugang zu alten Abituraufgaben

Berlin, 11.02.2019. Mit dem Online-Tool Digital-o-Mat zur Europawahl 2019 können sich Wählerinnen und Wähler ab sofort über die Positionen der deutschen Parteien zu Streitthemen der Netzpolitik informieren. Die Website ist zu erreichen unter: https://ep2019.digital-o-mat.de/ In sozialen Medien: #Digitalomat #EP2019 #Europawahl #EUWahl

Fakten statt Versprechen

Wählerinnen und Wähler können sich auf der Website per Klick zu zehn Streitthemen der Netzpolitik zustimmend, neutral oder ablehnend positionieren. Der Digital-o-Mat vergleicht dann die eigene Position mit dem tatsächlichen Abstimmungsverhalten der Parteien während der letzten Legislaturperiode. Zusätzlich erklärt die Seite die Streitthemen und bietet weiterführende Informationen.

„Europa wird immer wichtiger für die netzpolitischen Themen. Der Digital-o-Mat zur Europawahl 2019 hilft dabei, die Parteien an ihrer tatsächlichen Arbeit der letzten fünf Jahre zu messen. Das ist Freies Wissen in der Praxis“, erklärt John Weitzmann, Leiter Politik und Recht bei Wikimedia Deutschland.

„Mit dem Digital-o-Mat möchten wir Bewusstsein für netzpolitische Fragen wecken und eine erste Informationsgrundlage für Wähler*innen anbieten“, so Elisabeth Niekrenz von der Digitalen Gesellschaft.

Netzpolitische Streitthemen im Digital-o-Mat zur Europawahl 2019:

Acht NGOs & Bündnisse informieren

Mit dem Projekt Digital-o-Mat zur Europawahl 2019 wollen Digitalcourage, Digitale Gesellschaft, Wau-Holland-Stiftung und Wikimedia Deutschland, das Bündnis Freie Bildung, Freifunk, die Open Knowledge Foundation Deutschland, Whistleblower-Netzwerk und der Chaos Computer Club über netzpolitische Themen und die Europawahl 2019 informieren.


Digitalcourage

Digitalcourage setzt sich seit 1987 für Datenschutz und Bürgerrechte ein und richtet seit 2000 die jährliche Verleihung der BigBrotherAwards aus. 2008 erhielt Digitalcourage die Theodor-Heuss-Medaille für besonderen Einsatz für die Bürgerrechte.

Digitale Gesellschaft

Die Digitale Gesellschaft wurde 2010 als kampagnenorientierte Initiative für eine menschenrechts- und verbraucherfreundliche Netzpolitik gegründet. Wir sind eine Nutzendenvertretung, die sich in aktuelle Gesetzgebungsprozesse einmischt, Stellungnahmen aus Nutzendensicht dazu verfasst und diese Interessen auch bei Anhörungen und in Gesprächen mit Politikern nachdrücklich vertritt.

Bündnis Freie Bildung

Das Bündnis Freie Bildung vereinigt Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen, die sich für freie Bildung, frei zugängliche Bildungsmaterialien, offene Bildungspraktiken und offene Lizenzen in der Bildung einsetzen.


Wikimedia Deutschland
Wikimedia Deutschland ist ein gemeinnütziger Verein mit über 70.000 Mitgliedern, der sich für die Förderung Freien Wissens einsetzt. Seit der Gründung im Jahr 2004 unterstützt der Verein verschiedene Wikimedia-Projekte – allen voran Wikipedia. Der Verein setzt sich für den kostenlosen Zugang zu Freiem Wissen ein und engagiert sich damit für ein grundlegendes Recht des Menschen auf Bildung. Wikipedia ist, wie auch andere Schwesterprojekte, unabhängig und werbefrei und nur durch ehrenamtliche Mitarbeit und Spenden möglich.

​Webseite: http://www.wikimedia.de
Vereinsblog: http://www.blog.wikimedia.de
Twitter: http://www.twitter.com/WikimediaDE
Facebook: http://www.facebook.com/WMDEev

Für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:

Jan Apel
Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
presse@wikimedia.de
Telefon: 030 219 158 26-0

Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V.
Tempelhofer Ufer 23-24
10963 Berlin
Germany

www.wikimedia.de


Weitere Pressekontakte:

Friedemann Ebel
Digitalcourage e.V.
presse@digitalcourage.de
Tel: 0521 1639 1639

Elisabeth Niekrenz
Digitale Gesellschaft e.V.
presse@digitalegesellschaft.de
Tel.: 030/450 840 18

Berlin, 11.02.2019. Abiturprüfungen bedeuten Anstrengung, Stress und gelegentlich Tränen. Darüber hinaus bedeuten sie zusätzliche Kosten, denn auch in Zeiten der „digitalen Schule” sind die Prüfungsaufgaben vergangener Jahre nicht deutschlandweit online abrufbar – und das obwohl sie mit öffentlichen Mitteln erstellt werden. Einige Landes-Bildungsministerien verkaufen die Veröffentlichungsrechte an private Schulbuchverlage, andere scheuen augenscheinlich die Mühen der Veröffentlichung und stellen sie deshalb den vier- bis fünfhunderttausend Abiturienten pro Jahr noch immer nicht kostenfrei zur Verfügung.

Eine gemeinsame Kampagne von FragDenStaat und Wikimedia Deutschland ruft nun bundesweit dazu auf, die Abituraufgaben über ein neues Portal in wenigen Klicks per IFG-Anfrage (Informationsfreiheitsgesetz) einzufordern – bis der freie Zugang zum Standard wird!

Arne Semsrott, Projektleiter von FragDenStaat: „Wer eine Abituraufgabe anfordern will, kann das kostenlos unter fragdenstaat.de/fragsieabi machen. Je mehr Menschen mitmachen, desto höher wird der Druck auf die Verwaltung, Abituraufgaben zu veröffentlichen. Nach dem Informationsfreiheitsgesetz haben ohnehin alle Menschen das Recht, Dokumente vom Staat auf Anfrage zu erhalten.”

Föderalismus in ungerechtester Form

In Bayern genügt es freundlich zu fragen. Berlin-Brandenburg stellt immerhin die Matheprüfungen zum Download zur Verfügung. In Hessen fordert das Kultusministerium dagegen 486,50 € – allein für die Bearbeitung der Anfrage per Informationsfreiheitsgesetz. Bildung ist bekanntlich Ländersache und so gestaltet sich auch die Recherche nach Lage und Begründung der Nicht-Veröffentlichung der Abiprüfungen vergangener Jahre schwierig. Sicher ist: Abiprüfungen werden von ausgewählten Lehrerinnen und Lehrern sowie den Bildungsministerien erstellt, also mit öffentlichen Geldern. Warum sie der Öffentlichkeit dennoch weitestgehend vorenthalten werden, begründen die Ministerien einzelner Länder wahlweise gar nicht, mit Bezug auf einzelne urheberrechtlich geschützte Passagen wie Textauszüge oder Bildmaterial oder auch mit der Lizenzvergabe an private Schulbuchverlage.

Deshalb fordern wir: Öffentlich finanziertes Bildungsmaterial muss für alle Menschen zugänglich und nutzbar sein. Abraham Taherivand, Geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland, erklärt dazu: „Dem Grundsatz „Öffentliches Geld – Öffentliches Gut‟ entsprechend müssen die Abituraufgaben vergangener Jahre Schülerinnen und Schülern freigegeben werden. Sie unter Verschluss zu halten oder sogar nachträglich zu monetarisieren widerspricht dem Grundgedanken der Bildungsgerechtigkeit.”

„Frag sie Abi”-Portal für mehr Transparenz

Ab dem heutigen 11. Februar 2019, ruft die gemeinsame Kampagne Schülerinnen, Schüler und alle Interessierten dazu auf, die zur Abivorbereitung nötigen Aufgaben über das „Frag sie Abi”-Portal in wenigen Klicks beim jeweiligen Bildungsministerium anzufordern und damit für eine standardmäßige Veröffentlichung im Netz zu lobbyieren.


Link zur „Frag sie Abi“-Plattform: fragdenstaat.de/fragsieabi


Über Wikimedia Deutschland

Wikimedia Deutschland ist ein gemeinnütziger Verein mit rund 70.000 Mitgliedern, der sich für die Förderung Freien Wissens einsetzt. Seit der Gründung im Jahr 2004 unterstützt der Verein verschiedene Wikimedia-Projekte – allen voran Wikipedia. Der Verein setzt sich für den kostenlosen Zugang zu Freiem Wissen ein und engagiert sich damit für ein grundlegendes Recht des Menschen auf Bildung. Wikipedia ist, wie auch andere Schwesterprojekte, unabhängig und werbefrei und nur durch ehrenamtliche Mitarbeit und Spenden möglich.

​Webseite: http://www.wikimedia.de

Vereinsblog: http://www.blog.wikimedia.de

Twitter: http://www.twitter.com/WikimediaDE

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