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Wikibase

Wikibase ist die freie, quelloffene Software hinter Wikidata. Institutionen, Forschungsprojekte und Communitys können damit eigene, vernetzte Wissensdatenbanken aufbauen – durchsuchbar, mehrsprachig und offen für Linked Open Data.
Projektseite

Wikiba.se

Kontakt

Christos Varvantakis: christos.varvantakis@wikimedia.de

Was ist Wikibase?

Wikibase ist eine freie, Open-Source-Software Software für kollaborative Wissensdatenbanken. Entwickelt wurde sie von Wikimedia Deutschland als technisches Fundament für Wikidata – heute bildet sie die Grundlage für zahlreiche Wissens- und Forschungsprojekte außerhalb der Wikimedia-Welt.

Technisch besteht Wikibase aus einer Sammlung von Erweiterungen für die MediaWiki-Software. Sie ermöglicht es, strukturierte Daten zu speichern, zu verwalten und im Sinne von Linked Open Data mit anderen offenen Datenquellen zu verknüpfen. Wer eine eigene Wikibase-Instanz betreibt, kann Daten ganz im Stil von Wikidata organisieren: durchsuchbar, mehrsprachig und maschinenlesbar.

Wikibase: Möglichkeiten und Funktionen

  • Kostenlos und Open Source: Es fallen keine Lizenzgebühren an und man hat die volle Kontrolle über die eigene Installation.
  • Zuverlässig: Dieselbe Software, die auch das Projekt „Wikidata” mit über 120 Millionen Datenobjekten betreibt.
  • Vernetzbar: Daten lassen sich über Linked Open Data mit Wikidata und anderen offenen Quellen verknüpfen.
  • Von Grund auf mehrsprachig: Inhalte lassen sich parallel in beliebig vielen Sprachen pflegen.
  • Flexibel: Datenmodelle lassen sich jederzeit anpassen, statt an starre Schemata gebunden zu sein.

Einsatzbereiche von Wikibase

Wikibase eignet sich für alle, die strukturierte Daten sammeln, vernetzen und öffentlich zugänglich machen möchten – unabhängig von Branche oder Institutionsgröße. Die Software wird bereits von Universitäten, Forschungseinrichtungen, Bibliotheken, Archiven, GLAM-Institutionen, Sprachprojekten und Tech-Communitys genutzt.

Sie alle stehen vor einer ähnlichen Herausforderung: Sie verfügen über wertvolle, jedoch oft schwer auffindbare Datenbestände. Mit Wikibase lassen sich diese Daten strukturieren, gezielt durchsuchen und nahtlos mit anderen offenen Wissensquellen verknüpfen.

Projektbeispiele

Wie vielfältig der Einsatz von Wikibase ist, zeigen zahlreiche Beispiele: So nutzt die Deutsche Nationalbibliothek Wikibase für eigene Normdaten. Das Projekt Enslaved.org der Michigan State University verknüpft über eine Million Datensätze zur Geschichte des transatlantischen Sklavenhandels.

Auch die Geisteswissenschaften profitieren davon: So baut der Historiker Olaf Simons von der Universität Erfurt mit der Datenbank FactGrid unter anderem eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte des Illuminatenordens im 18. Jahrhundert auf.

In Peru dokumentiert eine Gruppe mithilfe von Wikibase die indigene Quechua-Sprachfamilie und die National Library of Nigeria erschließt über Wikibase Daten zu nigerianischen Autor*innen.

Technische Möglichkeiten

Für den Zugriff auf Wikibase-Daten stehen verschiedene Schnittstellen zur Verfügung, darunter SPARQL-Abfragen, die MediaWiki-Action-API, eine dedizierte Wikibase-REST-API sowie Daten-Dumps für die Offline-Nutzung.

Damit lassen sich auch komplexe Auswertungen realisieren. Ein Projekt von Wikimedia Deutschland hat beispielsweise sichtbar gemacht, wie stark Frauen in den Personendaten von Wikidata unterrepräsentiert sind, indem alle mit dem Attribut „weiblich“ verknüpften Geburtsorte auf einer Weltkarte visualisiert wurden.

Wikimedia Deutschland und Wikibase

Als Entwickler von Wikidata treibt Wikimedia Deutschland die Open-Source-Software Wikibase bis heute maßgeblich voran.

Auf internationalen Fachkonferenzen wie der ICOM-Triennale präsentiert der Verein regelmäßig einem breiten Museumspublikum die Potenziale von Wikibase und Linked Open Data.

Auch im Forschungsprojekt AI-BRIDGES bildet das Wikibase-Ökosystem zusammen mit Wikidata einen zentralen Baustein, um strukturierte Daten, KI-Systeme und offene Infrastrukturen sinnvoll zu verbinden.

Seit Juli 2026 bringt Wikimedia Deutschland diese Expertise zudem in das Global Open Data Integration Network (GODIN) ein, um die internationale Vernetzung offener Daten weiter zu stärken.

Häufige Fragen

  • Ist Wikibase dasselbe wie Wikidata?

    Nein. Wikibase ist die zugrunde liegende Software, Wikidata die größte und bekannteste Instanz, die damit betrieben wird.

  • Kostet die Nutzung von Wikibase etwas?

    Die Software selbst ist kostenlos und quelloffen; für Hosting und Betrieb können je nach Modell Kosten anfallen.

  • Kann ich meine Daten mit Wikidata verknüpfen?

    Ja, Wikibase-Instanzen lassen sich über Linked Open Data mit Wikidata und anderen offenen Datenquellen vernetzen.

  • Brauche ich Programmierkenntnisse?

    Für Installation und Konfiguration sind technische Kenntnisse hilfreich; für die inhaltliche Arbeit reicht die formularbasierte Oberfläche.

  • Warum können nicht einfach alle Wikidata nutzen?

    Wikidata enthält Daten, die dem Allgemeinwissen dienen. Es hat einen ähnlichen enzyklopädischen Charakter wie Wikipedia. Wikibase eignet sich hervorragend für spezielle Wissensbereiche.

Ansprechperson

Porträt

Christos Varvantakis

Head of Software Communications

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