Projekte des Programmjahres 2025/2026

  • Anton Wilhelm Amo Audio Erbschaft Archive

    Das Projekt erforschte Leben, Werk und Nachwirkung von Anton Wilhelm Amo (ca. 1703 bis nach 1753), dem ersten bekannten afrikanischen Philosophen an europäischen Universitäten, in einem postkolonialen Kontext. Ein digitales Audioarchiv machte Erinnerungen von Wissenschaftler*innen, Kulturschaffenden und Aktivist*innen hörbar. Es entstanden Audio-Produktionen, Workshops, Übersetzungen und Printmaterialien, die historische Quellen mit zeitgenössischen Stimmen verbinden. Das Archiv fördert Wissensaustausch, kulturelle Teilhabe, Mehrsprachigkeit und Barrierefreiheit und sensibilisiert für Kolonialgeschichte und Rassismus. Die Inhalte sind online frei zugänglich und dienen als Grundlage für Bildungsarbeit, Forschung und globale Auseinandersetzung mit Amos Leben und Werk.

    Projektergebnisse:

  • Zugehört & … Zugehörig? Kinder erzählen!

    Das Projekt dokumentierte die Erfahrungen von Kindern mit Migrationsgeschichte an deutschen Schulen. Viele erleben Rassismus im Alltag, was ihr Wohlbefinden und ihre Lernleistung beeinträchtigt. Das Projekt gab ihnen eine Stimme und untersuchte, wie Zugehörigkeit Selbstwertgefühl und Teilhabe stärkt. Ein mehrsprachiger, selbst entwickelter KI-Interviewassistent führte Gespräche in der bevorzugten Sprache der Kinder, ergänzt durch Videoaufnahmen und Porträts. Die Materialien sind auf einer Website veröffentlicht und zeigen, wie Kinder Diskriminierung erleben, Resilienz entwickeln und was sie sich von Schule und Gesellschaft wünschen.

    Projektergebnisse:

  • Resilient Voices Visual Archive

    Das Fotografie- und Storytelling-Projekt stellte queere BIPoC, Frauen* in Berlin und Brandenburg ins Zentrum. Ihre Lebensrealitäten und kulturellen Ausdrucksformen, die in öffentlichen Archiven kaum sichtbar sind, wurden in Fotografien dokumentiert und durch Essays von Community-Mitgliedern ergänzt. Das entstandene Archiv stellt Würde, Authentizität und Vielfalt in den Mittelpunkt und sammelt mündliche Erinnerungen und Reflexionen über Resilienz, Herkunft und queere Befreiung. Queere BIPoC leiteten das Projekt und behielten die Kontrolle über ihre Inhalte. Alle Materialien stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz auf Wikimedia Commons und sind frei nutzbar. Eine Veranstaltung in Berlin lud Community und Öffentlichkeit zum Austausch ein.

    Projektergebnisse:

  • Rabelades Farm

    Rabelades Farm ist ein agrarökologisches Projekt queerer Schwarzer Menschen in Brandenburg. Es machte afrikanische indigene Boden- und Wasserschutztechniken wie Fanya Juu, Fanya Chini und die Halbmond-Methode sichtbar. In monatlichen BIPoC-Community-Aktionen wurde ein erosionsgefährdetes Gelände mit diesen gemeinschaftlichen, niedrigschwelligen Methoden umgestaltet. Das Projekt rückte afrikanische Beiträge zu nachhaltiger Landwirtschaft in den Mittelpunkt, die in westlich geprägten Erzählungen oft zu wenig Beachtung finden, und förderte Fähigkeiten, Solidarität und Selbstermächtigung in BIPoC-Communitys. Das Projekt ist in einem knapp achtminütigen Video dokumentiert, das auf YouTube unter einer freien Lizenz veröffentlicht ist.

    Projektergebnisse:

  • Maghreb Stimmen

    „Maghreb Stimmen“ dokumentierte die Lebensrealitäten von Menschen aus Marokko, Algerien und Tunesien in Deutschland. Ziel war es, die Erfahrungen von Gastarbeiter*innen und ihren Nachkommen sichtbar zu machen, bevor Zeitzeug*innen verloren gehen. Die Interviews auf Deutsch, Arabisch (Darija) und Tamazight behandeln Rassismus, Gender, soziale Teilhabe und Klassenunterschiede. Sie sind in einer Handreichung zusammengeführt, die auf Wikimedia Commons veröffentlicht ist, um breiten Zugang zu ermöglichen und interkulturellen Austausch zu fördern. So entstand eine dauerhafte Sammlung individueller Geschichten, die das Verständnis für die Maghreb-Community stärkt.

    Projektergebnisse:

  • MigraMemory: Women of Change

    Das Projekt machte Erfahrungen von Betroffenen rechter und rassistischer Gewalt in Deutschland sichtbar und stellte ihre Perspektive in den Mittelpunkt. Entstanden ist ein journalistisches Videoformat mit drei Folgen. Christina Feist, Überlebende des antisemitischen Anschlags in Halle und Journalistin, spricht über betroffenenorientierte Berichterstattung und selbstbestimmte Narrative. Serpil Temiz Unvar erzählt sechs Jahre nach dem Anschlag in Hanau von Erinnerungskultur, staatlichem Versagen und dem Erbe ihres Sohnes Ferhat. Die dritte Folge widmet sich dem Brandanschlag in Solingen 2024 und dem Umgang mit den Überlebenden. Alle Folgen sind auf YouTube unter freier Lizenz veröffentlicht. Die Videos zeigen handlungsstarke Formen des Widerstands gegen Rassismus und des Engagements für demokratische Teilhabe, jenseits medialer Reduktionen auf Betroffenheit oder Opferrollen.

    Projektergebnisse:

  • Klang der Erinnerung – Pflege, Verlust und Musik in alevitischen Gastarbeiterfamilien

    Das Projekt gab alevitischen Erwachsenen der „1. Generation Gastarbeiterkinder“ Raum, ihre Familiengeschichte zu erzählen. Viele hatten ihre aus Anatolien stammenden Eltern bis zum Lebensende gepflegt. Ein roter Faden war die Musik der Aleviten, oft melancholisch und in Zazaki, die von Trennung, Verlust und harter Arbeit erzählt. Für die Kinder ist sie ein Erinnerungsanker, der Trost spendet und über den Tod hinaus mit den Eltern verbindet. Interviews, Musikaufnahmen und Fotos wurden unter freier Lizenz veröffentlicht. Eine Wanderausstellung mit Porträts, Zitaten und QR-Codes zu Musikstücken steht Schulen, Vereinen und Kulturzentren kostenlos zur Verfügung.

    Projektergebnisse:

  • Archiving Vietnamese orphan humanitarian scholarship receivers in West Germany (1971 – 1973)!

    Das Projekt dokumentierte die Erfahrungen vietnamesischer (Halb-)Waisen, die Anfang der 1970er Jahre für eine Berufsausbildung nach Westdeutschland kamen. Wegen des Endes des Vietnamkrieges mussten sie bleiben und lebten jahrzehntelang mit rechtlicher Unsicherheit. Ihre Geschichten, geprägt von humanitären Organisationen, deutschen Institutionen und südvietnamesischen Behörden, sind in der vietnamesisch-deutschen Diasporageschichte kaum dokumentiert. Da diese Generation altert, drohen ihre Erinnerungen verloren zu gehen. Das Projekt führte Interviews, recherchierte in Archiven und besuchte relevante Institutionen. Die Ergebnisse wurden auf einem Blog auf Vietnamesisch, Englisch und Deutsch unter freier Lizenz veröffentlicht.

    Projektergebnisse:

  • Archive of waiting

    Dieses „lebende Archiv“ machte die oft unsichtbare Verortung von Migration und Zugehörigkeit in Visa- und Aufenthaltsverfahren sichtbar. Gemeinsam mit Berliner Bewohner*innen mit befristetem Aufenthaltsstatus sammelte das Projekt Audio-Interviews, fotografische Porträts, Briefe und informelle Dokumente, um zu verstehen, wie der andauernde Schwebezustand Identität, Zeitwahrnehmung, Stabilität und Wohlbefinden beeinflusst. Die Ergebnisse wurden als Fotoserie, in ortsspezifischen Formaten und auf einer digitalen Plattform präsentiert. So gab das Projekt den Menschen hinter den Zahlen ein Gesicht und förderte Empathie und Austausch. Alle Materialien sind unter freier Lizenz veröffentlicht.

    Projektergebnisse:

  • Archive des kolonialen Rassismus: Hintergründe des deutsch-chilenischen Kolonialismus auf dem Mapuche Territorium

    Das Projekt beleuchtete deutsche und chilenische Kolonialgeschichte aus Mapuche-Perspektive. Im 19. Jahrhundert besetzten Chile und Argentinien mit Unterstützung deutscher Siedler*innen Mapuche-Territorien, während Wissenschaftler Schädel für rassistische Studien nach Berlin brachten. Eine Rückgabe der Verstorbenen hat bisher nicht stattgefunden. Aufbauend auf Tamara Liencuras Masterarbeit wurden die Ergebnisse verständlich aufbereitet: als digitale Handreichung auf Deutsch und Spanisch, ergänzt durch Archivrecherche und Fotografien relevanter Orte. Das Material ist auf Wikimedia Commons veröffentlicht und richtet sich an Mapuche-Selbstorganisationen sowie Menschen ab 15 Jahren, die sich für machtkritische Perspektiven interessieren.

    Projektergebnisse:

Projekte des Programmjahres 2024/2025

  • Hast du schon gegessen?

    Vietnamesische Restaurants sind in deutschen Großstädten weit verbreitet, bieten aber oft nur Gerichte an, die dem Klischee vom „asiatischen Essen“ entsprechen. So bleiben die Vielfalt der vietnamesischen Küche und das kulturelle Wissen darum unsichtbar. Das Projekt machte vietnamesische Esskultur in der Diaspora im Kontext von Kolonial- und Migrationsgeschichte sichtbar, um bestehende Narrative zu dekonstruieren. In Workshops entstand eine kollektive Tischdecke, die persönliche Geschichten und Rezepte dokumentiert und eine selbstbestimmte Esskultur fördert. Die Ergebnisse sind auf einer Website als fortlaufende Sammlung in Text, Audio und Video veröffentlicht.

    Projektergebnisse:

  • Fragmente des Alter(n)s in der Migrationsgesellschaft

    Das Projekt untersuchte die gesellschaftlichen, ökonomischen und individuellen Bedingungen für ein würdevolles Altern von migrierten und migrantisierten Menschen in Deutschland. Im Mittelpunkt standen die gelebten Erfahrungen und Selbsterzählungen von Menschen mit Migrationsgeschichte, besonders von Mehrfachdiskriminierung Betroffener. Anhand der (Arbeits-)Biografien migrantisierter Rentner*innen und solcher, die es bald sein werden, fragte es, welcher institutionelle Rahmen für sie vorgesehen ist und welche Imaginationen es noch braucht. Das geteilte Wissen ist über eine Website zugänglich und dient dem intergenerationellen Austausch.

    Projektergebnisse:

  • Clocking In, Dreaming On

    Clocking In, Dreaming On ist ein Projekt, das sich in verschiedenen Formaten mit den Lebensrealitäten und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen von migrantischen Einkaufs- und Essenslieferant*innen in Deutschland auseinandersetzt. Mit einem Fokus auf Fahrer*innen und Lieferant*innen speziell in Berlin wurden die prekäre Natur ihrer Beschäftigung und die systemischen Probleme, die zu ihrer Marginalisierung führen, aber weitgehend unerforscht sind, beleuchtet. Durch eine Kombination aus Podcasts, Videos, Ausstellungen und Online-Engagement wurde Wissen in verschiedenen zugänglichen Formaten und unter freien Lizenzen verbreitet. Dieser Ansatz zielte nicht nur darauf ab, Beweise und Erkenntnisse zu diesem Thema zu dokumentieren und zu bewahren, sondern auch zivilgesellschaftliche Organisationen, Aktivist*innen und Gewerkschaften zu ermutigen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und sich dafür einzusetzen.

    Projektergebnisse:

  • Hold the Line: Filipino Family stories of resistance generations apart

    Hold the Line verstand sich als Aufruf an die philippinische Diaspora in Deutschland, die mit Ausbeutung und Diskriminierung in Verbindung mit kolonialer Mentalität konfrontiert ist, aus ihrer Geschichte und ihrem Erbe Kraft zu schöpfen und die Träume ihrer Vorfahren zu verkörpern. Es beleuchtete die intergenerationelle Geschichte des philippinischen Widerstands und fragte, was sie für junge Aktivistinnen heute bedeutet. Dafür wurden Familienerinnerungen der Geförderten an die People’s Power Revolution dokumentiert und Geschichten junger philippinischer Aktivistinnen in Deutschland gegenübergestellt. Entstanden ist ein Film, der gelebte Erfahrungen und historische Fakten dekolonial verwebt. Die Videointerviews sind auf YouTube unter freier Lizenz veröffentlicht.

    Projektergebnisse:

  • The Seen but Unseen: Video Essays

    Visuelle Bilder prägen unser Selbstverständnis. Für Schwarze Menschen spielt Fotografie dabei eine besonders kraftvolle Rolle: Sie beeinflusst, wie sie wahrgenommen werden. Historisch haben Fotografien Stereotype geschaffen, die oft nicht ausreichend hinterfragt wurden. In einer Welt voller Bilder durch soziale Medien und Konsum ist die Auseinandersetzung damit wichtiger denn je. Geplant war eine dreiteilige Video-Essay-Reihe, die den kolonialen Blick und seinen anhaltenden Einfluss, die (Re-)Imagination einer neuen Schwarzen Bildsprache und die Rolle der Fotografie als Werkzeug für Empowerment und Widerstand beleuchten sollte. Der erste Teil ist auf YouTube unter einer freien Lizenz  erschienen.

    Projektergebnisse:

  • Romani Gedächtnis an Samudaripen

    Das Projekt eröffnete transgenerationale und plurale Erinnerungswege von Rom*nja und Sinti*zze an den Samudaripen. Durch Besuche von Orten der Verfolgung und Vernichtung im Nationalsozialismus in Serbien und Jasenovac wurden die Lebens-, Leidens- und Todeswege von Vorfahren in Deutschland lebender Romnja recherchiert und mit community-basiertem Wissen und Erinnerungen vor Ort biografisch aufgearbeitet. In Serbien entstanden Videointerviews mit Vertreterinnen von Romnja-Selbstorganisationen, der zweiten Generation der Überlebenden und heutigen Nachkommen. Sie wurden in einem digitalen Workshop mit Aktivistinnen unter der Fragestellung „Wie plurales Gedächtnis an den Samudaripen präsentieren?“ diskutiert. Teile des Wissens sind unter CC BY-SA 4.0 auf romanorisparipe.de veröffentlicht.

    Projektergebnisse:

  • Palästinensisches Feministisches Archiv

    Palästinensische Geschichte und Gegenwart sind in Deutschland weitgehend unsichtbar, obwohl in Berlin die größte Diasporagemeinschaft Europas lebt. Das Wissen über Palästinenser*innen ist geprägt von kolonial aufgeladenen Begriffen, Bildern, Gesetzen und Straßennamen. Diese diskursive Gewalt überschreibt Geschichte, Gewalterfahrungen und Widerstände und kriminalisiert palästinensische Existenz. Ein feministisches palästinensisches Kollektiv, das Geschichte in Deutschland archiviert, entwickelte im Rahmen von re·shape einen Leitfaden zur Archivarbeit, der unter freier Lizenz veröffentlicht ist. In Workshops wurden Methoden und ethische Aspekte von Interviews und Veröffentlichungen erarbeitet. So zeigte das Projekt, wie Archivierung für eine marginalisierte Community angesichts staatlicher Repression aussehen kann.

    Projektergebnisse:

  • Punch Up TV

    „Punch Up TV“ führte den seit 2018 von Newroz Çelik herausgegebenen Podcast Punch Up fort. Der Podcast behandelt Transfeindlichkeit, Gentrifizierung, Polizeigewalt und soziale Bewegungen. Mit mehr technischen und redaktionellen Ressourcen sollten die audiovisuelle Qualität steigen und neue Zielgruppen erreicht werden, mit BIPoC Transmenschen im Mittelpunkt. Entstanden ist die Folge „Die Würde der Menschen wird jeden Tag angetastet“ mit Gast Koray Yılmaz-Günay, mit der Punch Up ein neues Videoformat startete. Thema sind die Bundestagswahl 2025 und Staatsbürgerschaft in Deutschland. Die Folge ist auf YouTube unter freier Lizenz veröffentlicht.

    Projektergebnisse:

  • Archiving the testimonies of survivors of the Mediterranean

    Laut Missing Migrants Project der Internationalen Organisation für Migration sind seit 2014 rund 33.000 Migrant*innen im Mittelmeer gestorben oder verschwunden, vor allem Menschen aus Ländern südlich der Sahara mit ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten. Die Medien berichten meist nur über das Verschwinden, kaum aber darüber, wie Menschen überleben und Europa erreichen. Das Projekt archivierte die Berichte der Überlebenden über ihre herausfordernden Reisen und ihre Erfahrungen mit Bürokratie und Rassifizierung in Deutschland und dokumentierte ihre Widerstandskraft in einer mehrteiligen Podcast-Reihe, die unter einer freien Lizenz veröffentlicht ist. So machte es die Stimmen der Überlebenden sichtbar.

    Projektergebnisse:

  • Gemeinsam für unsere Zukunft! Jugend gegen Rassismus und Krieg

    Das Projekt wollte Jugendliche befähigen, ihre soziale Realität und ihr Umfeld durch Fotografie und Videodokumentation einzufangen und zu reflektieren. In Workshops lernten sie über Fotografie, Videografie, Storytelling und Dokumentation. Veranstaltungen machten politisches Jugendengagement gegen Rassismus und Militarismus sichtbar. Anschließend setzten sie das Gelernte um und dokumentierten Veranstaltungen, Workshops und ihr Zusammenleben. Das Projekt zeigte, wie Jugendliche lernen, solidarisch statt in Konkurrenz und Abspaltung voneinander zu leben, und dass sie ihre Welt kritisch und kreativ reflektieren und dokumentieren können.

    Projektergebnisse:

Projekte des Programmjahres 2023/2024

  • Antikolonialer Raum Köln

    Viele, insbesondere queere, BIPoC haben in Köln nur begrenzt oder keinen Zugang zu Räumen, um dekoloniale und antirassistische Gesellschaftsperspektiven zu entwickeln. Das Projekt wollte im Rahmen eines antirassistischen Stadtteilprojekts in der Kölner Südstadt einen physischen dekolonialen Raum für ein Netzwerk von BIPoC aus unterschiedlichen antirassistischen, sozialen und politischen Gruppen schaffen. Als Ort der Zuflucht, Sicherheit und Begegnung sollte der Antikoloniale Raum Erholung ermöglichen, generationenübergreifend und unabhängig von Herkunft, sexueller Orientierung oder Bildungshintergrund. Im Zentrum standen das Wohlbefinden der Beteiligten und Methoden der transformativen Gerechtigkeit, mit denen toxische Leistungsdruck-Muster des deutschen Aktivismus unterbrochen werden sollten.

    Projektergebnisse: Keine Projektergebnisse veröffentlicht

  • Audiofeature James Baldwin

    James Baldwin zählt zu den bedeutendsten afroamerikanischen Schriftstellerinnen. Die Neuübersetzung seiner Werke bei dtv findet großen Zuspruch, beteiligt aber Schwarze Schriftstellerinnen, Übersetzer*innen und Communitys nicht, für die seine Romane, Essays und Gedichte lange schon zur Identitätsfindung im Alltag von Rassismus beitrugen. Besonders für Queers of Color gaben sie Erfahrungen Sprache und Form und machten Hoffnung auf „Ein anderes Land“. Angesichts eines Backlashs gegen Queers of Color ist Baldwins Stimme erneut wichtig. Deshalb sollte ein Audiofeature entstehen, das die intersektionale „Schwarze Queerness“ in Baldwins Werk herausarbeitet. Geplant war eine Collage aus Interviews, Archivmaterial, gesprochenen Passagen, Sounds und Musik.

    Projektergebnisse: Keine Projektergebnisse veröffentlicht

  • Mondkuchen

    Das Projekt bildete die Vielfalt an Widerstandspraxen und -strategien der ersten Generation von Migrant*innen und Geflüchteten ab. Im Mittelpunkt stand der Gedanke, dass nicht nur transgenerationale Traumata, sondern auch Resilienz, Wissen und Weisheit, Lebenswille und Freude überliefert werden. Auf dem Blog Mondkuchen wurde dieses bisher unsichtbar gemachte Wissen über Überlebensstrategien und alltägliche Praktiken des Widerstands gesammelt, in Essays, Interviews und Lyrik, aber auch in Videos, Fotos und Illustrationen. Die Webseite sollte als offene Plattform dienen, auf der Communitys Themen und Praktiken besprechbar machen und denen, die vor uns kamen, Wertschätzung zeigen. Der Blog ist inzwischen nicht mehr online

  • Care & Support-Systeme in Zeiten von Krisen

    Menschen, die von Rassismus und/oder Migrationserfahrungen, Be_hinderung, chronischen Erkrankungen, Queerfeindlichkeit, Traumata oder abusiven Herkunftsfamilien betroffen sind, haben oft einen stärkeren Bedarf nach Unterstützung, die ihnen kaum zugänglich ist. Das Projekt entwickelte ein Arbeitsbuch in Form eines illustrierten Zines zu Support-Systemen für marginalisierte Communitys. Es sollte Input und Methoden für den Aufbau solcher Systeme bieten und sich vor allem an Menschen richten, die nicht an Workshops teilnehmen möchten oder können, mit Beiträgen, Anekdoten, Illustrationen, Reflexionsmethoden und Schreibaufgaben. Im Fokus standen individuelle Handlungsspielräume ebenso wie strukturelle Diskriminierung und die Forderung nach umfassenderen politischen Lösungen. Das Zine ist bisher nicht veröffentlicht.#

  • Forschungsethik: Philosophie mit ethnografischer Sensibilität

    Die Ethnografie gewinnt in Philosophie und Wissenschaft an Aufmerksamkeit und gilt als Alternative zu abstrakten Theorien oder veralteter Literatur, die auf problematischen Annahmen über marginalisierte Gemeinschaften beruhen. Ihre Geschichte als Methode, die sich aus dem europäischen Kolonialismus entwickelt hat und hierarchische Vorstellungen von Race und Kultur konstruierte und verstärkte, wird jedoch oft nicht thematisiert. Das Projekt wollte Abschnitte einer Masterarbeit veröffentlichen, die die Ethnografie kritisch untersucht, und ethische Leitlinien für Wissenschaftler*innen entwickeln, die mit marginalisierten Gruppen arbeiten. Dabei sollten komplexe akademische Sprache verständlicher und Machtungleichheiten sichtbar werden. Veröffentlicht wurde bisher nichts.

  • Mujeres migrantes invisibles [unsichtbare migrantische Frauen]

    Antonia Ramos Posto, Yolanda Justina, Nina Becerra und Llanquiray Painemal Morales hatten bisher ohne Unterstützung an der Sichtbarmachung von Migrantinnen ohne legalen Aufenthaltsstatus in Berlin gearbeitet. Im Projekt erstellten sie einen Podcast über die Situation sogenannter undokumentierter, illegalisierter und irregulärer Migrantinnen. In einem Workshop lernten die Beteiligten, wirksame Interviewfragen zu formulieren und mit Aufnahmegeräten und Mikrofonen umzugehen. Anschließend entwickelten sie Fragen und Themen und machten sich mit kostenloser Podcast-Software und frei nutzbarer Musik vertraut. Die Aktivistinnen stellten die Interviews zu vier Episoden zusammen, die auf Spotify veröffentlicht sind. So erwarben sie technische Fertigkeiten für ihre künftige politische Arbeit.

    Projektergebnisse:

  • Social Media und Freie Lizenzen

    KARAKAYA TALKS ist ein Medienunternehmen, das News und Talkshows für deutschsprachige Millennials und Gen Zs of Color produziert und marginalisierte Perspektiven sichtbar macht, die in den Medien oft vernachlässigt werden. Obwohl 27 % der Bevölkerung in Deutschland BIPoC sind, werden sie kaum repräsentiert, und wenn doch, oft stereotyp. Im Rahmen von re·shape lernte das Team, wie Wikipedia-Artikel entstehen, um sein journalistisch erarbeitetes Wissen zu dokumentieren und die eigene Arbeit selbstbestimmt auf Wikipedia zu beschreiben. Videos ließen sich als Wikipedia-Belege jedoch schwer durchsetzen, weshalb Inhalte in Textformate übertragen werden sollten. Die Ergebnisse sind bisher nicht unter freier Lizenz veröffentlicht.

  • T*R*A*P*$ Academy

    Das TRAP$ Academy-Projekt widmete sich der Formalisierung und Weitergabe von Wissen innerhalb der Black Trans/GNC (Gender Non-Conforming) Community. TRAP$ ist eine 2021 gegründete Graswurzel-Organisation Schwarzer/afro-diasporischer trans* und gender-varianter Personen, deren Community oft Marginalisierung innerhalb Schwarzer Bewegungen und Unsichtbarkeit innerhalb (weißer) queerer Bewegungen erfährt. Die Akademie bot eine intersektionale, kritische „Train-the-Trainer“-Ausbildung zu Asyl/Migration, (Trans-)Misogynoir, Transphobie, Colorism und Ableismus, mit Workshops und Aufgaben. Die Teilnehmenden lernten, formales Wissen mit ihren Lebenserfahrungen zu verknüpfen und Inhalte für eigene Workshops zu erstellen. Langfristig sollten sie so Fähigkeiten für eine zusätzliche Einkommensquelle erwerben. Ein Workbook ist bisher nicht veröffentlicht.

  • Von Träumen und Traumata zu Selbstorganisation und Widerstand.

    Das Projekt förderte situiertes Wissen in BIPoC-Communitys durch generationsübergreifende Gespräche über Selbstorganisation, Widerstand, politische Praxen, Träume und Traumata. Im Fokus stand, vergangene Erfahrungen in die Gegenwart zu übersetzen und von den Kämpfen älterer Generationen zu lernen. Dafür schuf es Räume für Austausch, die in persönlichen Kontexten oft fehlen, und hinterfragte hegemoniale Machtstrukturen der Wissensproduktion durch alternative Erzählungen von (post-)migrantischem Leben in Deutschland. Aus den in kleinen Gruppen geführten Gesprächen entstand ein Zine, das auf der Plattform The Living Archives veröffentlicht ist. Eine Veranstaltung ermöglichte weitere Begegnungen, schuf Momente der Selbstermächtigung und stärkte das Bewusstsein für Wissen in den Gemeinschaften.

    Projektergebnisse:

  • Wūpó Collective Library

    Das Wūpó Collective war eine Bibliothek zur Förderung der Sichtbarkeit von BIPoC-Heilerinnen in Berlin. Mit bereits über 50 registrierten Praktikerinnen, von Akupunktur bis Reiki, wollte das Projekt die Bibliothek erweitern und gemeinschaftlich empowernde Werkzeuge aus der Community für die Community bereitstellen. Im Fokus stand, Körperweisheit neben kognitiver Intelligenz zu würdigen. Statt kurzfristiger Retreats oder Veranstaltungen sollten Integrationswerkzeuge mit lang anhaltender Wirkung geteilt werden. Dafür entstand eine Video-Bibliothek, das „Wiki des Körperwissens für QBIPoC“. Sie ist inzwischen nicht mehr online.