Projekte des Programmjahres 2025/2026

  • Anton Wilhelm Amo Audio Erbschaft Archive

    Das Projekt erforschte Leben, Werk und Nachwirkung von Anton Wilhelm Amo (ca. 1703–nach 1753), dem ersten bekannten afrikanischen Philosophen an europäischen Universitäten, in einem postkolonialen Kontext. Ein digitales Audioarchiv machte Erinnerungen von Wissenschaftler*innen, Kulturschaffenden und Aktivist*innen hörbar. Entstanden sind Audio-Produktionen, Workshops, Übersetzungen und Printmaterialien, die historische Quellen und zeitgenössische Stimmen verbinden. Das Archiv fördert Wissensaustausch, kulturelle Teilhabe, Mehrsprachigkeit und barrierefreie Zugänge und sensibilisiert für Kolonialgeschichte und Rassismus. Die Inhalte wurden online frei zugänglich veröffentlicht, partizipativ aufbereitet und bilden eine Grundlage für Bildungsarbeit, Forschung und globale Auseinandersetzung mit Amos Leben und Werk.

    Projektergebnisse:

  • Zugehört & … Zugehörig? Kinder erzählen!

    Das Projekt dokumentierte die Erfahrungen von Kindern mit Migrationsgeschichte an deutschen Schulen. Viele erleben Rassismus im Alltag, was sich negativ auf ihr Wohlbefinden und ihre Lernleistung auswirkt. Das Projekt gab diesen Kindern eine Stimme und untersuchte, wie Zugehörigkeit ihr Selbstwertgefühl und ihre Teilhabe stärkt. Mithilfe eines mehrsprachigen, selbst entwickelten KI-Interviewassistenten wurden Gespräche in der bevorzugten Sprache geführt, ergänzt durch persönliche Videoaufnahmen und Porträts. Die entstandenen Materialien zeigen, wie Kinder Diskriminierung erleben, Resilienz entwickeln und was sie sich von Schule und Gesellschaft wünschen. Die Ergebnisse – ein mehrsprachiger Bericht, Videointerviews und eine begleitende Plakataktion – wurden unter freier Lizenz veröffentlicht.

    Projektergebnisse:

  • Resilient Voices Visual Archive

    Resilient Voices Visual Archive ist ein Fotografie- und Storytelling-Projekt. Es zentrierte queere BIPoC, Frauen*, in Berlin und Brandenburg. Ihre Lebensrealitäten und kulturellen Ausdrucksformen, die in öffentlichen Archiven häufig kaum sichtbar sind, wurden in 30–40 Fotografien dokumentiert und durch Essays von Community-Mitgliedern ergänzt. Das Archiv stellte Würde, Authentizität und Vielfalt in den Mittelpunkt und vermied defizitorientierte Darstellungen. Es sammelte mündliche Erinnerungen und Reflexionen über Resilienz, Herkunft und queere Befreiung. Das Projekt wurde von queeren BIPoC geleitet und von Ehrenamtlichen unterstützt, wodurch Selbstrepräsentation und Kontrolle über die eigenen Inhalte gewährleistet wurden. Alle Materialien wurden unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht und auf Wikimedia Commons bereitgestellt, sodass sie frei für Bildungs-, Forschungs- und Öffentlichkeitszwecke genutzt werden können. Bei einer Veranstaltung in Berlin waren sowohl die Community als auch die interessierte Öffentlichkeit eingeladen, sich mit den entstandenen Erzählungen auseinanderzusetzen. So entstand eine nachhaltige Ressource, die Sichtbarkeit, Anerkennung und Erinnerungsarbeit fördert.

    Projektergebnisse:

  • Rabelades Farm

    Rabelades Farm ist ein agrarökologisches Projekt von queeren Schwarzen Menschen in Brandenburg, das afrikanische indigene Boden- und Wasserschutztechniken wie Fanya Juu, Fanya Chini und die Halbmond-Methode sichtbar macht. Ab März 2026 wurde ein erosionsgefährdetes Gelände mithilfe dieser gemeinschaftlichen, niedrigschwelligen Methoden in monatlichen BIPoC-Community-Aktionen umgestaltet. Das Projekt dokumentierte diese Transformation durch kurze Social-Media-Videos, ausführlichere Lernmaterialien und Interviews mit afrikanischen Expert*innen, um frei zugängliches Wissen zu schaffen. Durch die Sichtbarmachung afrikanischer Beiträge zu nachhaltiger Landwirtschaft, die in westlich geprägten Erzählungen häufig weniger Beachtung finden, rückte das Projekt marginalisierte Perspektiven in den Mittelpunkt und förderte so die Selbstermächtigung der eigenen Community. Zu den Ergebnissen gehören How-to-Anleitungen, Vorher-Nachher-Aufnahmen der Renaturierung sowie eine stärkere Sichtbarkeit indigener ökologischer Praktiken. Damit trug das Projekt zu Freiem Wissen bei und förderte Fähigkeiten und Solidarität innerhalb von BIPoC-Communities.

    Projektergebnisse:

  • Maghreb Stimmen

    „Maghreb Stimmen“ ist ein Projekt, das die Lebensrealitäten von Menschen aus Marokko, Algerien und Tunesien in Deutschland dokumentierte. Ziel war es, die Erfahrungen von Gastarbeiter*innen und deren Nachkommen sichtbar zu machen, bevor Zeitzeug*innen verloren gehen. Thematisch wurden Rassismus, Gender, soziale Teilhabe und Klassenunterschiede behandelt, um die komplexen Lebensbedingungen der Community zu beleuchten. Das Projekt umfasste persönliche Interviews in Deutsch, Arabisch (Darija) und Tamazight sowie ergänzende Artikel in einem Magazin. Die Inhalte wurden unter freien Lizenzen veröffentlicht, um einen breiten Zugang zu ermöglichen und interkulturellen Austausch zu fördern. So entstand eine dauerhafte Sammlung individueller Geschichten, die das Verständnis für die Maghreb-Community stärken.

    Projektergebnisse:

    • …wird noch ergänzt
  • MigraMemory: Women of Change

    MigraMemory: Women of Change ist ein Projekt, das die Erfahrungen und gesellschaftlichen Beiträge migrantischer Frauen in Deutschland sichtbar macht. Im Zentrum standen drei journalistische Kurzvideos (Deutsch/Türkisch/Kurdisch), in denen Serpil Temiz Unvar, Semiya Şimşek und – sofern möglich – Nachkommen von Mevlüde Genç ihre Geschichten selbst erzählen. Die Videos dokumentieren handlungsstarke Formen von Widerstand gegen Rassismus und Engagement für demokratische Teilhabe jenseits medialer Reduktionen auf Betroffenheit oder Opferrollen. Sie wurden frei lizenziert veröffentlicht und schaffen so eine zugängliche, mehrsprachige Ressource für Bildungsarbeit, Journalismus und Community-Projekte. Das Projekt zentrierte migrantische Realitäten, hinterfragte dominante Mediennarrative und verankert migrantisches Wissen dauerhaft in der Öffentlichkeit. In Zusammenarbeit mit migrantischen Selbstorganisationen entstanden die Inhalte gemeinsam mit den Communities, um authentische Erinnerungen zu bewahren.

    Projektergebnisse:

  • Klang der Erinnerung – Pflege, Verlust und Musik in alevitischen Gastarbeiterfamilien

    „Klang der Erinnerung – Pflege, Verlust und Musik in alevitischen Gastarbeiterfamilien“ gab alevitischen Erwachsenen der „1. Generation Gastarbeiterkinder“ Raum, ihre Familiengeschichte zu erzählen. Viele hatten ihre Eltern bis zum Lebensende gepflegt; diese kamen aus Anatolien, sprachen Zazaki, hatten keine Schulbildung und waren Analphabet*innen. Ein roter Faden war die Musik der Aleviten – oft melancholisch, in Zazaki, erzählt von Trennung, Verlust und harter Arbeit. Für die Kinder bleibt sie ein starker Erinnerungsanker, der Trost spendet und über den Tod hinaus mit den Eltern verbindet. Interviews, Musikaufnahmen und Fotos dokumentierten diese Erfahrungen und wurden unter freier Lizenz veröffentlicht. Eine Wanderausstellung mit Porträts, Zitaten und QR-Codes zu Musikstücken macht das Wissen für Schulen, Vereine und Kulturzentren kostenlos zugänglich und zeigt die Verbindung von biografischem Erinnern, kultureller Identität und Migrationsgeschichte. Das Projekt fragte gezielt nach den Auswirkungen der Pflege, der Trauer und der Rolle der Musik im Alltag der Interviewten.

    Projektergebnisse:

  • Archiving Vietnamese orphan humanitarian scholarship receivers in West Germany (1971 – 1973)!

    Dieses Projekt dokumentierte die Erfahrungen vietnamesischer (Halb-)Waisen, die Anfang der 1970er Jahre für eine Berufsausbildung nach Westdeutschland kamen, aber aufgrund des Endes des Vietnamkrieges gezwungen waren, dort zu bleiben, und jahrzehntelang mit rechtlicher Unsicherheit konfrontiert waren. Ihre Geschichten, die von humanitären Organisationen, deutschen Institutionen und südvietnamesischen Behörden geprägt sind, sind in der vietnamesisch-deutschen Diasporageschichte weitgehend undokumentiert geblieben. Mit zunehmendem Alter dieser Generation drohen ihre Erinnerungen verloren zu gehen. Im Rahmen des Projekts wurden Interviews geführt, Archive recherchiert und relevante Institutionen besucht, um den historischen Kontext zu beleuchten. Die Ergebnisse wurden auf einem Blog in vietnamesischer, englischer und deutscher Sprache unter einer freien Lizenz veröffentlicht und somit offen zugänglich gemacht. Durch die Bewahrung und Weitergabe dieser Berichte leistet das Projekt einen Beitrag zu Freiem Wissen, verstärkt marginalisierte Stimmen und fördert das Verständnis für Migration, Vertreibung und die menschlichen Auswirkungen historischer Programme, die die vietnamesisch-deutsche Gemeinschaft geprägt haben.

    Projektergebnisse:

  • Archive of waiting

    In einer Zeit, in der Visa- und Aufenthaltsverfahren das Leben vieler Menschen prägen, machte dieses „lebende Archiv“ die oft unsichtbare Verortung von Migration und Zugehörigkeit sichtbar. Gemeinsam mit Berliner Bewohner*innen, die einen befristeten Aufenthaltsstatus haben, sammelte das Projekt Audio-Interviews, fotografische Porträts, Briefe und informelle Dokumente, um zu verstehen, wie dieser andauernde Schwebezustand Identität, Zeitwahrnehmung, Stabilität und Wohlbefinden beeinflusst. Die Ergebnisse wurden in einer Fotoserie, einem möglichen Fotobuch, ortsspezifischen Formaten und auf einer digitalen Plattform präsentiert, um den Zugang weltweit zu ermöglichen. Durch das Teilen persönlicher Erfahrungen im Kontext administrativer Prozesse vermittelt das Projekt einen Blick auf die Menschen hinter den Zahlen und fördert Empathie, Verständnis und Austausch. Alle Materialien wurden unter freier Lizenz veröffentlicht und tragen zu Freiem Wissen bei, indem sie für alle zugänglich, teilbar und nutzbar sind. So wurden marginalisierte Erfahrungen sichtbar gemacht und Einblicke in die sozialen und emotionalen Auswirkungen von Migrationsprozessen ermöglicht.

    Projektergebnisse:

  • Archive des kolonialen Rassismus: Hintergründe des deutsch-chilenischen Kolonialismus auf dem Mapuche Territorium

    Das Projekt beleuchtete deutsche und chilenische Kolonialgeschichte aus Mapuche Perspektive. Im 19. Jahrhundert besetzten Chile und Argentinien mit Unterstützung deutscher Siedler*innen Mapuche Territorien, während Wissenschaftler Schädel für rassistische Studien nach Berlin brachten. Eine Rückgabe der Verstorbenen hat bisher nicht stattgefunden. Aufbauend auf Tamara Liencuras Masterarbeit wurden die Ergebnisse verständlich aufbereitet: als Broschüre auf Deutsch und Spanisch, ergänzt durch Archivrecherche und Fotografien relevanter Orte. Das Material wurde digital veröffentlicht, frei zugänglich gemacht und richtet sich insbesondere an Mapuche Selbstorganisationen sowie Menschen ab 15 Jahren, die sich für machtkritische Perspektiven interessieren.

    Projektergebnisse:

Projekte des Programmjahres 2024/2025

  • Hast du schon gegessen?

    Vietnamesische Restaurants sind in deutschen Großstädten weit verbreitet, bieten aber oft nur eine begrenzte Auswahl an Gerichten, die dem deutschen Klischee von „asiatischem Essen“ entsprechen. Dadurch wird die tatsächliche Vielfalt der vietnamesischen Küche und das kulturelle Wissen darum unsichtbar. Das Projekt „Hast du schon gegessen?“ ist ein Projekt, das vietnamesische Esskultur in der Diaspora im Kontext von Kolonial- und Migrationsgeschichte sichtbar macht und bestehende Narrative dekonstruiert. In einer Reihe von Workshops entstand eine kollektive Tischdecke, die persönliche Geschichten und Rezepte dokumentiert, um durch die Sammlung und den Austausch individueller Erfahrungen innerhalb der Diaspora eine selbstbestimmte Esskultur zu fördern. Die Ergebnisse wurden auf einer Website veröffentlicht, die als fortlaufende Sammlung von Wissen und Erfahrungen aus der Community dient und verschiedene Formate wie Text, Audio und Video umfasst.

    Projektergebnisse:

  • Fragmente des Alter(n)s in der Migrationsgesellschaft

    Das Projekt „Fragmente des Alter(n)s in der Migrationsgesellschaft“ ist ein Projekt, das sich mit den gesellschaftlichen, ökonomischen und individuellen Bedingungen für ein würdevolles Altern von migrierten und migrantisierten Menschen in Deutschland beschäftigt. Im Mittelpunkt standen dabei die gelebten Erfahrungen und Selbsterzählungen von Menschen mit Migrationsgeschichte, insbesondere solchen, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind. Anhand von (Arbeits)Biografien migrantisierter Rentner*innen und solchen, die es bald sein werden, wurde untersucht, welcher institutionelle Rahmen für sie vorgesehen ist und welche Imaginationen es noch bedarf. Es ging nicht nur um Verwundbarkeit, sondern auch um Stärke und Resilienz: Wie erzählen sie ihre Biografie in Deutschland, welche Rolle spielte die Migration und welche gegenwärtigen Themen beschäftigen sie? Dieses geteilte Wissen wurde über eine Website zugänglich gemacht und dient als Schnittstelle für den intergenerationellen Austausch.

    Projektergebnisse:

  • Clocking In, Dreaming On

    Clocking In, Dreaming On ist ein Projekt, das sich in verschiedenen Formaten mit den Lebensrealitäten und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen von migrantischen Einkaufs- und Essenslieferant*innen in Deutschland auseinandersetzt. Mit einem Fokus auf Fahrer*innen und Lieferant*innen speziell in Berlin wurden die prekäre Natur ihrer Beschäftigung und die systemischen Probleme, die zu ihrer Marginalisierung führen, aber weitgehend unerforscht sind, beleuchtet. Durch eine Kombination aus Podcasts, Videos, Ausstellungen und Online-Engagement wurde Wissen in verschiedenen zugänglichen Formaten und unter freien Lizenzen verbreitet. Dieser Ansatz zielte nicht nur darauf ab, Beweise und Erkenntnisse zu diesem Thema zu dokumentieren und zu bewahren, sondern auch zivilgesellschaftliche Organisationen, Aktivist*innen und Gewerkschaften zu ermutigen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und sich dafür einzusetzen.

    Projektergebnisse:

  • Hold the Line: Filipino Family stories of resistance generations apart

    Hold the Line: Filipino Family stories of resistance generations apart ist ein Projekt, das sich als Aufruf an die philippinische Diaspora in Deutschland versteht, die mit Ausbeutung und Diskriminierung in Verbindung mit kolonialer Mentalität konfrontiert ist, aus ihrer Geschichte und ihrem Erbe Kraft zu schöpfen und die Träume ihrer Vorfahren zu verkörpern. Das Projekt setzte sich mit der intergenerationellen Geschichte des philippinischen Widerstands auseinander und thematisierte damit auch, was dies für junge Aktivist*innen in der heutigen Zeit bedeutet. Dies geschah durch die Dokumentation von Familienerinnerungen der Geförderten während der People’s Power Revolution auf den Philippinen, deren Gegenüberstellung mit Geschichten von jungen philippinischen Aktivist*innen in Deutschland und der Erkundung von Berührungspunkten zwischen diesen Geschichten. Die Ergebnisse wurden in Video-Essays präsentiert, die Filmmaterial mit Archivmaterialien und Audioaufnahmen von Familiengeschichten kombinieren und durch einen dekolonialen Ansatz die gelebten Erfahrungen mit historischen Fakten verweben.

    Projektergebnisse:

    • …wird noch ergänzt
  • The Seen but Unseen: Video Essays

    Visuelle Bilder sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Entwicklung und unseres Selbstverständnisses. Für Schwarze Menschen spielt die Fotografie eine besonders kraftvolle Rolle: Sie prägt die Art und Weise, wie sie wahrgenommen werden und beeinflusst Bilder in der Gesellschaft. Historisch gesehen haben Fotografien Stereotypen geschaffen, die oft nicht ausreichend hinterfragt wurden. In einer Welt, in der wir durch soziale Medien und unser Konsumverhalten ständig von Bildern umgeben sind, ist es wichtiger denn je, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Bei The Seen but Unseen ermöglichte eine dreiteilige Video-Essay-Reihe einen Zugang und eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Jeder Essay beleuchtete ein zentrales Thema der Fotografie: den kolonialen Blick und seinen anhaltenden Einfluss, die (Re)Imagination einer neuen Schwarzen Bildsprache sowie die Rolle der Fotografie als Werkzeug für Empowerment und Widerstand. Ziel der Reihe war es, diese Themen tiefgehend und sensibel zu untersuchen und ein Bewusstsein für die Auswirkungen von Bildern auf unsere Wahrnehmung und unser Leben zu schaffen.

    Projektergebnisse:

  • Romani Gedächtnis an Samudaripen

    Romani Gedächtnis an Samudaripen ist ein Projekt, das sich zur Aufgabe machte, transgenerationale und plurale Erinnerungswege von Rom*nja und Sinti*zze an Samudaripen zu eröffnen: Durch Besuche von Orten der Verfolgung und Vernichtung von Rom*nja und Sinti*zze im Nationalsozialismus in Serbien und Jasenovac wurden die Lebens-, Leidens- und Todeswege von Vorfahren der in Deutschland lebenden Rom*nja recherchiert und biografisch durch communitybasiertes Wissen und Erinnerungen vor Ort aufgearbeitet. Dazu wurden in Serbien Videointerviews mit Vertreter*innen von Rom*nja-Selbstorganisationen, der zweiten Generation der Überlebenden und den heutigen Nachkommen geführt und in einem digitalen Workshop zum Wissenstransfer mit Rom*nja und Sinti*zze-Aktivist*innen unter der Fragestellung „Wie plurales Gedächtnis an den Samudaripen präsentieren?“ diskutiert. Teile des erarbeiteten Wissens und der Erinnerung an Samudaripen wurden unter freien Lizenzen als Beitrag auf der Website des Roma Antidiscrimination Network veröffentlicht.

    Projektergebnisse:

  • Palästinensisches Feministisches Archiv

    Palästinensische Geschichte und Gegenwart sind in Deutschland weitgehend unsichtbar, obwohl in Berlin die größte Diasporagemeinschaft Europas lebt. Das Wissen, das über Palästinenser*innen zirkuliert, ist geprägt von kolonial aufgeladenen Begriffen, Bildern, Gesetzen, Normen und Straßennamen. Diese diskursive Gewalt überschreibt nicht nur ihre Geschichte, kollektive Gewalterfahrungen, Widerstände und Solidaritäten, sondern entwertet und kriminalisiert auch palästinensische Existenz. In diesem Projekt setzte ein feministisches palästinensisches Kollektiv, das sich zur Archivierung palästinensischer Geschichte in Deutschland zusammengefunden hat, seine Arbeit fort und veröffentlichte im Rahmen von re·shape einen Leitfaden zur Archivarbeit unter freier Lizenz. In einer Reihe von Workshops wurden wichtige Arbeitsweisen, Methoden und ethische Aspekte der Interviewführung, aber auch der Veröffentlichung von Interviews, Texten und Videomaterial erarbeitet und festgehalten. Auf diese Weise wurde gezeigt, wie eine Archivierungspraxis für die Geschichte einer marginalisierten Community angesichts von staatlicher Repression aussehen kann.

    Projektergebnisse:

  • Punch Up TV

    Der seit 2018 von Newroz Çelik herausgegebene multimediale Podcast Punch Up konzentriert sich auf Themen wie Transfeindlichkeit, Gentrifizierung, Polizeigewalt oder soziale Bewegungen. Mit Punch Up TV wurde der Podcast im Rahmen von re·shape mit mehr technischen und redaktionellen Ressourcen fortgeführt und weiterentwickelt: Es wurden neue Inhalte erarbeitet, die audiovisuelle Qualität verbessert und neue Zielgruppen für marginalisiertes Wissen erreicht. Insbesondere wurde die Sichtbarkeit von BiPoC Transmenschen erhöht und ihre Analysen in den Mittelpunkt gerückt. Über einen Zeitraum von einem Jahr wurden monatlich ein Audio-Interview und ein Video veröffentlicht, wobei die Interviews mit Aktivist*innen geführt und ihre Arbeit sowie ein (aktuelles) politisches Thema beleuchtet wurden. Hierbei wurde auch das Ziel verfolgt, verschiedene soziale Bewegungen unter der Fragestellung „Was sind die Bedingungen für funktionierende Allianzen?“ zusammenzuführen.

    Projektergebnisse:

  • Archiving the testimonies of survivors of the Mediterranean

    In den letzten zehn Jahren sind laut dem Missing Migrants Project seit 2014 28.893 Migrant*innen im Mittelmeer verschwunden. Bei diesen Migrant*innen handelt es sich vor allem um Afrikaner*innen aus Ländern südlich der Sahara, die verschiedenste Lebensrealitäten haben. Während in den Medien nur über das Verschwinden dieser Menschen im Mittelmeer berichtet wird, bleibt die Berichterstattung über ihr Überleben und wie sie Europa und damit auch Deutschland erreichen, meist aus. Ziel des Projekts war es, die Berichte ihrer herausfordernden Reisen, ihre alltäglichen Erfahrungen mit der Bürokratie und der Rassifizierung in Deutschland zu archivieren, aber auch ihre Widerstandskraft zu dokumentieren. Das Hauptziel des Projekts war es, die Stimmen der Überlebenden aus Subsahara-Afrika im Mittelmeer sichtbar zu machen, da in den Medien immer nur über die Verschwundenen berichtet wird und die Überlebenden unsichtbar bleiben.

    Projektergebnisse:

  • Gemeinsam für unsere Zukunft! Jugend gegen Rassismus und Krieg

    Das Projekt „Für die Jugend! Für unsere Zukunft! Jugend gegen Rassismus und Krieg!“ hatte zum Ziel, Jugendliche zu befähigen, ihre soziale Realität und ihr Umfeld durch Fotografie und Videodokumentation einzufangen und zu reflektieren. Dazu fanden im Vorfeld Workshops statt, die die Jugendlichen in den Bereichen Fotografie, Videografie, Storytelling und Dokumentation schulten, sowie Veranstaltungen, die bestehendes politisches Jugendengagement zu Themen wie Antirassismus und Antimilitarismus aufzeigten und vermittelten. Anschließend wurden die erlernten Fähigkeiten in die Praxis umgesetzt: Die Jugendlichen dokumentierten die Veranstaltungen, Workshops und das Zusammenleben durch Fotos und Videos. Das Projekt zeigte, wie Jugendliche lernen, solidarisch statt in Konkurrenz und Abspaltung voneinander zu leben, und dass Jugendliche in der Lage sind, ihre Welt kritisch und kreativ zu reflektieren und zu dokumentieren.

    Projektergebnisse:

Projekte des Programmjahres 2023/2024

  • Antikolonialer Raum Köln
    Muriel Gonzales Athenas / Amdrita Jakupi

    Viele, insbesondere queere, BIPoC haben im gegenwärtigen städtischen Umfeld Kölns nur begrenzt oder keinen Zugang zu Räumen, um dekoloniale und antirassistische Gesellschaftsperspektiven zu entwickeln. Das Projekt war Teil eines antirassistischen Stadtteilprojekts in der Kölner Südstadt. Muriel Gonzales Athenas und Amdrita Jakupi wollten einen physischen dekolonialen Raum für ein Netzwerk aus BIPoC schaffen, die in unterschiedlichen antirassistischen, sozialen und politischen Gruppen aktiv sind. Dieser Antikoloniale Raum in Köln sollte als eine neue und dringend notwendige Begegnungsplattform dienen. Im Zentrum stand das Wohlbefinden der Beteiligten im Bündnis, wobei toxische Leistungsdruck-Muster des deutschen Aktivismus durch eine aktive Praxis, die dem entgegensteht, sowie durch Austausch- und Gesprächsräume und eine gemeinsame Analyse „unterbrochen“ bzw. transformiert werden sollten.

    Das Projekt strebte danach, Methoden der transformativen Gerechtigkeit in der Community auszuprobieren, zu lernen und zu verbreiten. Der physische Raum sollte den kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zwischen den Menschen, die dort zusammenkamen, ermöglichen. Der Raum sollte ein Ort der Zuflucht, der Sicherheit und des Zusammenkommens sein und damit den Aktiven ermöglichen, sich zu erholen und zu regenerieren. Eine generationenübergreifende Teilnahme wurde angestrebt, unabhängig von Herkunft, sexueller Orientierung, Bildungshintergrund und anderen soziodemografischen Merkmalen.

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  • Audiofeature James Baldwin
    Christopher Nixon
    www.christopher-nixon.de

    James Baldwin zählt zu den bedeutendsten afroamerikanischen Schriftsteller*innen. Die Neuübersetzung seiner Werke bei dtv findet derzeit bei einem breiten Publikum in Deutschland großen Zuspruch. Diese ‚Baldwin-Renaissance‘ beteiligt Schwarze Schriftsteller*innen, Übersetzer*innen und Communitys nicht, obwohl seine Romane, Essays und Gedichte lange schon zu deren individueller wie kollektiver Identitätsfindung in ihrem Alltag von Ausgrenzungs- und Rassismuserfahrungen beitrugen.

    Gerade für Queers of Color boten seine Werke den Blick in eine Welt, in der ihre Erfahrungen Sprache und Form bekamen und Hoffnung auf „Ein anderes Land“ machten. Seine Werke sorgten für die Sichtbarkeit einer intersektionalen Vielstimmigkeit von Schwarzen Lebensweisen, die auch die Communitys of Color und Baldwins Weggefährt*innen nicht immer anerkennen wollten. Während die globalen Märkte weiterhin für den Profit des Globalen Nordens Menschen verdingen, erleben wir in der Post-Trump-Ära und in dem vom Rechtspopulismus hierzulande bestimmten politischen Klima einen Backlash. Er richtet sich vor allem gegen Queers of Color und macht das Hören der mahnenden wie hoffnungsvollen Stimme Baldwins erneut wichtig.

    Es entstand deshalb ein Audiofeature, das die intersektionale ‚Schwarze Queerness‘ in Baldwins Werk herausarbeitet und neu bewertet. Dabei wird ebenfalls deutlich, dass queere Schwarze Menschen wie James Baldwin, Audre Lorde und Katharina Oguntoye sowohl die US-amerikanische als auch afrodeutsche Antirassismusbewegung prägten. Das Audiofeature enthält Interviews mit Expert*innen und Aktivist*innen, Archivmaterial, von Schauspieler*innen eingesprochene Passagen aus Romanen und Gedichten, Sounds und Musikstücke. Diese ‚Fragmente‘ wurden zu einem Collage-Stück zusammengefügt.

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  • Mondkuchen
    Tú Qùynh Nhu Nguyễn / Sara Djahim

    Das Projekt bildete die Vielfalt an Widerstandspraxen und -strategien der ersten Generation von Migrant:innen und Geflüchteten ab. Im Mittelpunkt stand dabei der Gedanke, dass nicht nur transgenerationale Traumata, sondern auch Resilienz, Wissen/Weisheit, Lebenswille und Freude überliefert werden. Auf dem Blog Mondkuchen wurde dieses bisher unsichtbar gemachte Wissen über Überlebensstrategien und alltägliche Praktiken des Widerstands gesammelt. Mondkuchen umfasst verschiedene Formate, einschließlich schriftlicher Beiträge wie Essays, Interviews und Lyrik, aber auch Videos, Fotos und Illustrationen.

    Das Projekt begann im Rahmen von re•shape mit dem Launch der Webseite, die langfristig als offene Plattform genutzt wird. Sie dient den Communitys, um gemeinsame Themen und unterschiedliche Praktiken besprechbar zu machen, und bringt die Wertschätzung und Achtung zum Ausdruck, die diesen Wissensbeständen und denjenigen, die vor uns kamen, zusteht.

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  • Care & Support-Systeme in Zeiten von Krisen
    Xinan Pandan

    Menschen, die von Rassismus und/oder Migrationserfahrungen, Be_hinderung, chronischen Erkrankungen, Queerfeindlichkeit, Traumata oder abusiven Herkunftsfamilien betroffen sind, haben oftmals einen stärkeren Bedarf nach Unterstützung, die ihnen aber kaum zugänglich ist. Das Projekt entwickelte ein kostenfrei herunterladbares Arbeitsbuch in Form eines illustrierten Zines zum Thema Support-Systeme für marginalisierte Communitys.

    Das Arbeitsbuch dient als Ressource für Input sowie Methoden, um den Aufbau von Support-Systemen zu unterstützen. Es richtet sich primär an Menschen, die nicht an Workshops teilnehmen möchten oder können. Das Arbeitsbuch enthält eine Kombination aus Beiträgen, Anekdoten, Illustrationen, Beispielen, Reflexionsmethoden und Schreibaufgaben.

    Im Fokus standen einerseits die Ermächtigung, individuelle Veränderungen im Handlungsspielraum anzugehen, und andererseits die strukturelle Diskriminierung. Gefordert wurden umfassendere politische Lösungen, um die Lebenssituation für alle zu verbessern.

    Ziel war es, Empowerment zu fördern, Handlungsfähigkeit zu stärken, Community-Verbindungen zu vertiefen und marginalisierten Menschen zu ermöglichen, ein gutes Leben zu führen.

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  • Forschungsethik: Philosophie mit ethnografischer Sensibilität
    Mino

    Die Ethnografie hat im Bereich der Philosophie und in der Wissenschaft im Allgemeinen Aufmerksamkeit gewonnen. Sie gilt als attraktive Alternative gegenüber abstrakten Theorien oder veralteter Literatur, welche auf problematischen Annahmen über marginalisierten Gemeinschaften beruhen. Die Geschichte und das Erbe von Ethnografie als eine Methode, die sich aus dem europäischen Kolonialismus entwickelt hat, wird jedoch oft nicht thematisiert. Sie diente dazu, hierarchische Vorstellungen von Rasse und Kultur zu konstruieren und zu verstärken. Das Projekt zielte darauf ab, Abschnitte einer Masterarbeit zu veröffentlichen, die eine kritische Untersuchung der Ethnographie als Forschungsmethode forderte. Ziel war es, ethische Leitlinien für Wissenschaftler*innen zu entwickeln, die mit marginalisierten Gruppen in Kontakt treten. Das Projekt betonte die Notwendigkeit, die Disziplin der Philosophie auf ihre Rolle bei der Gestaltung von Konzepten wie Race zu überprüfen, die historisch gesehen für kolonialistische und rassistische Rechtfertigungen konstruiert wurden.

    Das Projekt diente dazu, komplexe akademische Sprache in verständlichere Begriffe umzuwandeln, um den Inhalt einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Obwohl der Hauptfokus auf Wissenschaftler*innen und deren Interaktionen mit marginalisierten Gruppen lag, können die Erkenntnisse des Projekts auch Journalist*innen, Künstler*innen, Filmemacher*innen und anderen von Nutzen sein, die sich auf kritische und respektvolle Weise mit marginalisierten Gruppen auseinandersetzen möchten. Dabei ging es auch darum, auf Machtungleichheiten und die Möglichkeit der Ausbeutung von marginalisierten Gruppen zu achten.

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  • Mujeres migrantes invisibles [unsichtbare migrantische Frauen]
    Antonia Ramos Posto, Yolanda Justina Nina Becerra & Llanquiray Painemal Morales

    Antonia Ramos Posto, Yolanda Justina, Nina Becerra und Llanquiray Painemal Morales haben bisher ohne Unterstützung am Thema der Sichtbarmachung von Migrantinnen ohne legalen Aufenthaltsstatus in Berlin, den sogenannten undokumentierten/illegalisierten oder irregulären Migrantinnen, gearbeitet. Im Rahmen des Projekts haben sie Podcasts erstellt, die die Situation der genannten Gruppen thematisieren. Die Gruppe hatte so die Möglichkeit, neue Werkzeuge zu erlernen und technische Fertigkeiten anzueignen, die ihre zukünftige politische Arbeit unterstützen. Die gesammelten Interviews, Informationen und Audiodateien wurden von den Aktivistinnen zu Podcast-Episoden zusammengestellt und auf Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts oder ähnlichen Kanälen veröffentlicht.

    Projektergebnisse:

  • Social Media und Freie Lizenzen
    KARAKAYA TALKS

    KARAKAYA TALKS (www.instagram.com/karakayatalks) ist ein Medienunternehmen, das News und Talkshows für deutschsprachige Millennials und Gen Zs of Color produziert. Ihr Ziel ist es, marginalisierte Perspektiven in Deutschland sichtbar zu machen, da diese in den Medien oft vernachlässigt werden. Obwohl 27 % der deutschen Bevölkerung BIPoC sind, werden diese Communitys in den Medien kaum repräsentiert und wenn doch, dann oft in stereotypen Zusammenhängen. Das Team von KARAKAYA TALKS besteht zu 100 % aus mehrfach marginalisierten BIPoCs und nutzt hauptsächlich Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube, um Inhalte zu verbreiten.

    Mit der Teilnahme an re•shape verstärkten sie zum einen ihre Präsenz auf Social Media und produzierten weiterhin Inhalte, die in der Mainstream-Medienlandschaft oft ignoriert werden. Zum anderen lernten sie, wie Wikipedia-Artikel entstehen, um ihr journalistisch erarbeitetes Wissen zu dokumentieren und ihre Arbeit selbstbestimmt auf Wikipedia zu beschreiben. Das Programm diente dazu, fehlendes Wissen über „Mediengerechtigkeit“ zu dokumentieren und verzerrte Darstellungen im Netz über Menschen aus marginalisierten Communitys, z. B. auf Wikipedia, zu korrigieren. Die gesamte Initiative zielte darauf ab, die Präsenz und Repräsentation von BIPoC-Communitys in den Medien zu stärken und deren Wissen eigenständig zu dokumentieren und unter freier Lizenz zu verbreiten.

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  • T*R*A*P*$ Academy
    Lee Modupeh Anansi Freeman / Farah Abdullahi Abdi

    Das TRAP$ Academy-Projekt widmet sich der Formalisierung und Weitergabe von Wissen innerhalb der Black Trans/GNC (Gender Non-Conforming) Community. Gegründet im Jahr 2021, ist TRAP$ eine Graswurzel-Organisation, die von Schwarzen/afro-diasporischen trans* und gender-varianten Personen ins Leben gerufen wurde. Diese Community erfährt oft Marginalisierung innerhalb breiterer Schwarzer Bewegungen und Unsichtbarkeit innerhalb (weißer) queerer Bewegungen. Das Hauptziel der Akademie ist es, eine intersektionale und kritische „Train-the-Trainer“-Ausbildung anzubieten, um Schwarze trans* Personen zu stärken und Aspekte von Geschlecht, race, Klasse, Macht und Privilegien anzusprechen.

    Der Lehrplan wurde von Farah Abdullahi Abdi und Lee Modupeh Anansi Freeman erstellt, die beide Berater*innen für Vielfalt und Inklusion sind. Der Lehrplan behandelt wichtige Themen wie Asyl/Migration, (Trans-)Misogynoir, Transphobie, Colorism und Ableismus. Das Programm umfasste immersive Workshops, die tief in spezifische Themen eintauchten, sowie Aufgaben, die von den Teilnehmenden individuell oder in Gruppen bearbeitet wurden. Ziel war es, „formalisiertes“ Wissen in einer sichereren und zugänglichen Umgebung zu vermitteln.

    Die Teilnehmenden wurden mit Werkzeugen ausgestattet, um formales Wissen mit ihren eigenen Lebenserfahrungen zu verknüpfen und bedeutsame Inhalte zu erstellen, die für persönliche Workshops genutzt werden können. Das übergreifende Ziel bestand darin, die gelebten Erfahrungen der Teilnehmenden als wertvolle Wissensquellen zu validieren. Langfristig strebt die Akademie an, die Teilnehmenden mit Fähigkeiten auszustatten, die ihnen eine zusätzliche Einkommensquelle bieten können. Da Schwarze trans* Personen oft Diskriminierung und Schwierigkeiten beim Zugang zu Wissen und traditionellen Arbeitsräumen erfahren, betonte das Projekt den direkten Zusammenhang zwischen Wissensgerechtigkeit und finanziellem Empowerment.

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  • Von Träumen und Traumata zu Selbstorganisation und Widerstand.
    Lea Sherin Kübler / Lorena Richter / Rahul Rahman

    Das Projekt „Von Träumen und Traumata zu Selbstorganisation und Widerstand“ zielte darauf ab, in BIPoC-Communitys situiertes Wissen zu fördern, indem es generationsübergreifende Gespräche über Selbstorganisation, Widerstand, politische Praxen, Träume und Traumata ermöglichte. Der Fokus lag auf der Übersetzung vergangener Erfahrungen in die Gegenwart und dem Lernen von den Kämpfen älterer Generationen. Die Initiative begegnete Herausforderungen in der Weitergabe von Erfahrungen und Praxen in persönlichen Kontexten, indem sie Räume für Austausch schuf, die oftmals wenig gegeben sind. Das Projekt wollte hegemoniale Machtstrukturen der Wissensproduktion durch alternative Erzählungen von (post-)migrantischem Leben in Deutschland kritisch hinterfragen. Es zielte darauf ab, einen praktischen Beitrag zur Wissensweitergabe in BIPoC-Communitys zu leisten. Der Wissensaustausch, sowohl individuell als auch kollektiv, sollte Momente der Selbstermächtigung schaffen und das Bewusstsein für Wissen in den Gemeinschaften stärken.

    Die Gespräche wurden in kleinen Gruppen gemeinsam mit den Projektkoordinator*innen aufgezeichnet und nach Rücksprache und Einverständnis der Teilnehmenden in einer offenen Datenbank archiviert, um das Wissen für alle zugänglich zu machen. Ziel war es, gemeinsam geteilte Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven in BIPoC-Communitys aufzudecken und einen Raum für solidarisches Lernen und den Austausch über Wissenskonstruktionen zu schaffen.

    Projektergebnisse:

  • Wūpó Collective Library
    Mandy Lan / Kim Gerlach

    Wūpó Collective ist eine Bibliothek zur Förderung der Sichtbarkeit von BIPoC-Heiler*innen in Berlin. Mit bereits über 50 registrierten Praktiker*innen (von Akupunktur bis Reiki und mehr) hatten Mandy Lan und Kim Gerlach das Ziel, die Bibliothek zu erweitern und gemeinschaftlich empowernde Werkzeuge aus der Community für die Community bereitzustellen. Besonderer Fokus lag dabei darauf, Körperweisheit neben kognitiver Intelligenz besonders zu würdigen. Das Projekt beabsichtigte, eng mit verschiedenen QBIPoC-Praktiker*innen aus ihrem Verzeichnis zusammenzuarbeiten, um Erkenntnisse zu teilen, die Menschen wieder mit ihren Körpern verbinden. Anstatt kurzfristige Retreats oder Veranstaltungen anzubieten, zielte das Projekt darauf ab, Integrationswerkzeuge zu teilen, die lang anhaltende Auswirkungen haben.

    Die Aktivitäten des Projekts umfassten:

    • Die Entwicklung eines kostenfreien Repositoriums, genannt „Wiki des Körperwissens für QBIPoC“. Dieses enthält kurze zweiminütige Übungen im Videoformat.
    • Das Teilen von „Behind the scenes“-Videos, die die Absichten und Praktiken jeder Heiler*in vorstellen und ein tieferes Verständnis ihrer Methoden vermitteln.
    • Die Einrichtung von Feedbackschleifen, um Praktiker*innen zu ermöglichen, sich an die Bedürfnisse der Gemeinschaft anzupassen und zu wachsen, unter Verwendung von KI-Mustererkennung.

    Projektergebnisse: Keine Projektergebnisse veröffentlicht