Bündnis Freie Bildung veröffentlicht Vorschlag für eine bundesweite OER-Strategie

Eine Pressemitteilung des Bündnis Freie Bildung, in dem Wikimedia Deutschland Mitglied ist

Berlin, 11.09.2020 – In einem heute veröffentlichten Positionspapier stellt das Bündnis Freie Bildung eine Strategie zur Stärkung freier Lehr- und Lerninhalte, auch Open Educational Resources (OER) genannt, vor. Die Bundesregierung hatte bereits im Koalitionsvertrag eine “umfassende Open Educational Resources-Strategie” in Aussicht gestellt, die aber bis heute auf ihre Veröffentlichung wartet. Der Strategieentwurf des Bündnis Freie Bildung bündelt die Expertise von insgesamt 20 Mitgliedsorganisationen und vielen weiteren Unterstützenden aus dem Bildungsbereich. Er zeigt auf, wie eine digitale, zeitgemäße und offene Bildung in Deutschland gelingen kann.

Die Pandemie-bedingten Einschränkungen des Schulbetriebs gegen Ende des vergangenen Schuljahres machten die Defizite bei der Digitalisierung des Bildungssystems besonders deutlich. Lehrkräfte, Schüler*innen und Eltern mussten sich in kürzester Zeit im Bereich des E-Learnings weiterbilden und ihre Kenntnisse erweitern. Auch wenn es im neuen Schuljahr nicht zu flächendeckenden Schulschließungen kommen sollte, braucht es dringend eine umfassende Strategie zur Förderung freier Bildungsinhalte. Dieses Momentum nutzt das Bündnis Freie Bildung und fordert, den Impulsen nun Maßnahmen folgen zu lassen, die der Bedeutung der Digitalität gerecht werden.

Ziel des vorgestellten Strategiepapiers ist es, den notwendigen Diskussions- und Abstimmungsprozess zwischen Bund und Ländern voranzutreiben, Impulse zu setzen und weiteren Maßnahmen zur Förderung von OER eine strategische Fundierung zu geben. Das Bündnis Freie Bildung fordert in diesem Zusammenhang insbesondere:

Darüber hinaus sieht das Stategiepapier Maßnahmen in Bereichen wie Qualitätssicherung, Urheberrecht, Wirtschaftlichkeit, Datenschutz und Forschungsförderung vor.

“Offene Bildung und frei zugängliches Wissen tragen entscheidend zur Herstellung von Bildungsgerechtigkeit bei. Die Teilhabe an Information und Bildung darf nicht vom sozialen und finanziellen Hintergrund abhängen. Um allen Menschen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, braucht es offene Technologien und freie Lernmaterialien”, sagt Abraham Taherivand, Geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland.

„Offene Bildungsmaterialien sind ein zentraler Baustein in der Modernisierung des Bildungssystems. Spätestens in diesem Jahr ist klar geworden, welch wichtige Rolle offene Bildungsmaterialien spielen können. Die angekündigte OER-Strategie der Bundesregierung sollte zügig umgesetzt werden. Wir fordern einen offenen Beteiligungsprozess, der die Vielfalt an Akteuren und Akteurinnen der Bildungslandschaft mit einbezieht“, so Dr. Henriette Litta, Geschäftsführerin der Open Knowledge Foundation.

Das Bündnis Freie Bildung spricht sich für einen offenen Prozess zur gemeinsamen Erarbeitung der im Koalitionsvertrag angekündigten Open Educational Resources-Strategie aus. Noch ausstehend ist die Reaktion der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag zu diesem Thema.

Das Strategiepapier des Bündnis Freie Bildung ist hier zu finden.

Über das Bündnis Freie Bildung

Das Bündnis Freie Bildung vereinigt Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen, die sich für freie Bildung, frei zugängliche Bildungsmaterialien, offene Bildungspraktiken und offene Lizenzen in der Bildung einsetzen. Es ist zugleich Forum und Plattform für Akteurinnen und Akteure, die sich die Öffnung von Lehren, Lernen und Bildung zum Ziel setzen und sich der Förderung Freien Wissens widmen. Es ist somit Impulsgeber für politischen und gesellschaftlichen Wandel in einer vielfältigen Bildungslandschaft.

Webseite: https://buendnis-freie-bildung.de/
Twitter: https://twitter.com/B_Freie_Bildung

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