Öffentliches Geld – Öffentliches Gut!

Was maßgeblich mit öffentlichen Mitteln finanziert wurde, muss der Öffentlichkeit frei zur Verfügung stehen. Doch dafür braucht es entsprechende rechtliche und politische Rahmenbedingungen. Wikimedia Deutschland setzt sich dafür ein, dass Archivinhalte, öffentlich beauftragte Software, digitalisierte Bestände von Kulturinstitutionen und vieles mehr für alle frei nutzbar sind.

Unsere Forderungen

01

Freie Lizenzen

Freie Lizenzen erlauben die Nutzung, Weiterverbreitung und Änderung urheberrechtlich geschützter Werke. Wo immer Inhalte mit öffentlichem Geld erstellt wurden, muss ihre Veröffentlichung unter freier Lizenz der Standard sein.

02

Open Data

Wenn öffentliche Einrichtungen Daten sammeln, müssen sie diese für alle zugänglich, maschinenlesbar und frei nutzbar machen. Es braucht dringend einen Rechtsanspruch auf Open Data, damit der Zugang zu Daten zur Not auch einklagbar wird.

03

Transparenzgesetz

Bundesbehörden müssen amtliche Informationen publik machen – bislang erfolgt dies nur auf Anfrage und wird viel zu oft verweigert. Wir fordern ein deutschlandweites Transparenzgesetz, das Behörden zur proaktiven Veröffentlichung verpflichtet.

Welche Inhalte betrifft das?

Alle Inhalte, Publikationen, Daten und Softwareprojekte, die mit öffentlichem Geld finanziert werden. Dazu zählen u. a.:

  • Inhalte und Daten von Bundesbehörden wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder dem Statistischen Bundesamt
  • Bildungsinhalte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten
  • Arbeitsergebnisse von Unternehmen und Organisationen, die im Auftrag der öffentlichen Hand arbeiten – etwa Agenturen oder Kanzleien
  • Öffentlich beauftragte Studien
  • Digitalisierte Bestände von öffentlich finanzierten Kulturinstitutionen wie Museen
  • Softwareprojekte der öffentlichen Hand

Unsere Argumente

Gemeinwohl

Was mit öffentlichem Geld finanziert wird, muss allen zugutekommen. Das sollte für Inhalte genauso gelten wie für öffentliche Parks.

Zusammenarbeit

Freie Lizenzen ermöglichen es Nutzer*innen, Inhalte gemeinsam weiterzuentwickeln und untereinander auszutauschen.

Publikum erreichen

Dürfen öffentlich finanzierte Inhalte auch in anderen Kontexten genutzt werden, erreichen sie mehr Menschen – etwa über die Wikipedia.

Transparenz

Wenn staatliche Einrichtungen Informationen bereitstellen, erhöht das die Transparenz von Regierungs- und Verwaltungsarbeit.

Kolumne „Öffentliches Geld – Öffentliches Gut!“

Einmal im Monat veröffentlicht Wikimedia Deutschland die Kolumne „Öffentliches Geld – Öffentliches Gut!“ bei netzpolitik.org. Darin gehen Wikimedia-Mitarbeitende der Frage nach, welche Inhalte und Daten der öffentlichen Hand zukünftig frei verfügbar sein müssen – und erläutern, wo es dabei noch hakt und wo sich was bewegt.

Thema im Januar 2023:

70 Jahre nach dem Tod ihrer Urheber*innen gehen Werke in die Public Domain über. Ist diese Schutzfrist zu lang? Und wie kann die Public Domain gestärkt werden?

Weitere Ausgaben:

Mehr erfahren

Vorschaubild von Wikimedia Deutschland unter Verwendung von: Martin Moerke, Lilith Wittmann L1009494, CC BY-SA 4.0; Alexander Handschuh, Deutscher Städte- und Gemeindebund; Maximilian Funke-Kaiser (Pressefoto).

„Wissen. Macht. Gerechtigkeit.“: Gespräch bei Deutschlandfunk Kultur

Netz-Aktivistin Lilith Wittmann, der digitalpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Maximilian Funke-Kaiser und Alexander Handschuh vom Deutschen Städte- und Gemeindebund diskutieren über offene Verwaltungsdaten.

rhodesj, Studying, CC BY 2.0

Rundfunkinhalte im Unterricht – ist das erlaubt?

Dürfen Lehrkräfte urheberrechtlich geschützte Inhalte im Unterricht verwenden? Ein Gutachten zeigt: Die Wiedergabe ist im Klassenverband erlaubt – Herunterladen und Bearbeiten jedoch nur bei frei lizenzierten Inhalten.

ZDF/Terra X/Bilderfest/Fabian Wolf/Christoph Haag/Ellen Haas, Susanne Hillmann, Vorschaubild Creative Commons erklärt (Terra X, ZDF), CC BY 4.0

Zwei Ehrenamtliche von Wiki Loves Broadcast im Interview

Frei lizenzierte Erklärvideos aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk bereichern die Wikipedia. Im Interview berichten zwei ehrenamtliche Wikipedianer von ihrer Arbeit im Projekt Wiki Loves Broadcast.

Niklas Bildhauer, Bearbeitung von netzpolitik.org, CC BY-SA 2.0

Kolumne bei Netzpolitik.org: Öffentliche Gutachten

Öffentlich finanzierte Studien und Gutachten werden viel zu oft geheimgehalten, teilweise sogar mit urheberrechtlicher Begründung. Warum solche Gutachten frei verfügbar sein müssen, erklärt Christian Humborg.

Dabbelju, Berlin ARD Hauptstadtstudio, CC BY-SA 3.0

ARD will Bildungsformat frei lizenzieren

Neuproduktionen für die Sendung kolleg24 im Bayerischen Rundfunk sollen künftig unter freier Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht werden. Unsere Einschätzung der Ankündigung von ARD und BR.

Jan Michalko/re:publica 2022, re:publica 22 – Tag 2, CC BY-SA 2.0

re:publica 2022: Public Value Broadcasting

Bei der re:publica sprach Christian Humborg gemeinsam mit ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke über die Freigabe öffentlich-rechtlicher Bildungs- und Wissensinhalte unter freien Lizenzen.

Kati Szilágyi für Wikimedia Deutschland e. V., Wikimedia Illustration Header Detail Mitmachen, Bildausschnitt und Farbanpassung von Wikimedia Deutschland, CC BY-SA 4.0

Bildungsinhalte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Mit dem Rundfunkbeitrag wird die Produktion hochwertiger Bildungsinhalte ermöglicht. Gemeinsam mit vielen weiteren Organisationen setzte sich Wikimedia 2020 für mehr freie Lizenzen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein.

Leonard Wolf, Das ABC der Offenheit – Foto der Broschüre 2019, CC BY-SA 4.0

Was bringen Offenheit und freie Lizenzen?

Mit Fragen wie dieser beschäftigt sich das „ABC der Offenheit“. U. a. wird in dem Handbuch erklärt, wie Offenheit und freie Lizenzen mehr Teilhabe bewirken und das verfügbare Wissen im Netz vergrößern können.

Big Island Photography, The World is OPEN, Bildausschnitt von Wikimedia Deutschland, CC BY-SA 4.0

Warum es einen Rechtsanspruch auf Open Data braucht

Bislang wird es Behörden zu leicht gemacht, sich vor einer offenen und maschinenlesbaren Bereitstellung von Daten zu drücken. Deshalb braucht es dringend einen Rechtsanspruch auf Open Data.

Fragen und Antworten